Wirtschaft

Leica mit erstem Umsatzknick seit Jahren

Leica stolpert erstmals seit Jahren beim Umsatz – doch ausgerechnet diese neuen Produkte und Zielgruppen sollen jetzt alles drehen.

08.09.2026, 08:00 Uhr

Der Kameraspezialist Leica hat in einem angespannten Markt erstmals seit mehreren Jahren einen Rückgang beim Umsatz verzeichnet. Im zum Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr sanken die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent auf 573 Millionen Euro, wie das Unternehmen aus Wetzlar mitteilte. Dennoch blieb die Leica Camera Gruppe profitabel.

Als Gründe nannte Leica unter anderem geopolitische Unsicherheiten, ungünstige Wechselkurse sowie strengere Zollvorgaben. Trotz des Umsatzrückgangs sprach das Unternehmen von einem soliden Ergebnis. Einen konkreten Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr wollte Vorstandschef Andreas Voll nicht geben. Er betonte jedoch, dass sich die Strategie bestätige, mit innovativen Premiumprodukten, einem internationalen Vertriebsnetz und der Ansprache neuer Kundengruppen weiter zu wachsen. Dazu zählten insbesondere Frauen, jüngere Käufer und neue kreative Communities.

Schwächeres Konsumklima in den USA belastet

Die Entwicklung verlief je nach Region und Geschäftsbereich unterschiedlich. Den größten Umsatzanteil erzielt Leica weiterhin mit dem Fotogeschäft. Der wichtigste Einzelmarkt sind dabei die USA, wo sich die Konsumlaune zuletzt eingetrübt hatte.

Nach Einschätzung der Branche ist der weltweite Markt für Fotoapparate im vergangenen Jahr zwar bei den Stückzahlen leicht gewachsen, beim Umsatzvolumen aber zurückgegangen. Hintergrund sei, dass viele Käufer verstärkt zu preisgünstigeren Modellen gegriffen hätten, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Im klassischen Fotobereich musste Leica daher Einbußen hinnehmen. Deutlich besser lief es im Mobilfunkgeschäft, das kräftig zulegte. Auch die Sparte Sportoptik entwickelte sich erneut stabil. Positiv verlief zudem das Geschäft mit Uhren und Accessoires, Heimkino-Projektoren sowie Brillengläsern.

Neue Produkte sollen zusätzliche Käufer anziehen

Für die kommenden Monate setzt Leica weiter auf Produktneuheiten. Im Oktober brachte das Unternehmen mit der M EV1 erstmals eine M-Kamera mit integriertem elektronischem Sucher auf den Markt. Das „M“ steht dabei für Messsucher.

Außerdem präsentierte Leica unter anderem das kompakte Objektiv Leica Noctilux M-35, die spiegellose Systemkamera SL3 Reporter sowie den tragbaren Heimkino-Projektor Cine Compact 1.

Auch die Neuauflage des Leica Leitzphone, die Ende Februar am Rande der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona vorgestellt wurde, sei laut Voll sehr erfolgreich gestartet. Nach Unternehmensangaben wurden die Erwartungen übertroffen, konkrete Verkaufszahlen nannte Leica jedoch nicht. Bei dem Smartphone kooperiert Leica mit dem chinesischen Hersteller Xiaomi.

Ausbau der Stores und Wachstum im Online-Handel

Parallel zum Produktgeschäft hat Leica sein weltweites Netz an Markengeschäften gezielt in bislang weniger erschlossenen Regionen erweitert. Insgesamt umfasst das Vertriebsnetz inzwischen rund 120 Leica-Stores weltweit.

Zusätzliche Erlöse erzielt das Unternehmen über Auktionen und den Online-Handel. Dieser steuerte im vergangenen Geschäftsjahr einen um fünf Prozent höheren Anteil zum Gesamtumsatz der Gruppe bei.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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