Israel

Gaza-Film: Israels Armee bestreitet alles

Nach Venedig-Premiere von «NAZA»: Heftiger Streit um brisante Vorwürfe – Israels Armee weist alles zurück.

11.09.2026, 16:57 Uhr

Israelische Armee weist Vorwürfe aus Gaza-Dokumentation zurück

Die israelische Armee hat Anschuldigungen aus einer neuen Dokumentation über den Kriegseinsatz im Gazastreifen zurückgewiesen. In dem Film „NAZA“ gehen die Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor der Frage nach, nach welchen mutmaßlichen Mustern israelische Luftangriffe durchgeführt werden.

Nach der Vorführung bei den Filmfestspielen in Venedig am Donnerstag erhielt der Film viel Zuspruch. Er wird inzwischen als aussichtsreicher Kandidat für den Goldenen Löwen gehandelt. Medienberichten zufolge spendete das Publikum rund 25 Minuten Applaus – ein möglicher Rekord.

Für die Dokumentation führten die Filmemacher nach eigenen Angaben anonymisierte Gespräche mit 24 israelischen Geheimdienstmitarbeitern. Die Interviewten schildern darin ausführlich ihre Einsätze. Die Gespräche wurden demnach nachts auf Dächern in Tel Aviv aufgezeichnet.

Ein Sprecher der israelischen Armee kritisierte, der Film stütze sich auf anonyme Aussagen von Personen, deren Identität nicht überprüft werden könne. Unklar sei daher auch, ob diese tatsächlich beim Militär gedient hätten und welche Aufgaben sie dort gehabt hätten.

Militär widerspricht auch KI-Vorwürfen

Nach Angaben des Armeesprechers enthalten die veröffentlichten Ausschnitte zudem Behauptungen über staatliche und militärische Strategien, die aus seiner Sicht weit über das Wissen einfacher Dienstgrade hinausgingen. Zugleich warf er der Hamas vor, militärische Einrichtungen bewusst in zivile Gebiete zu verlegen.

Weiter erklärte der Sprecher, Soldaten seien verpflichtet, mögliche Rechtsverstöße zu melden, wenn sie davon Kenntnis erlangten. Dann werde geprüft, ob eine Untersuchung eingeleitet werden müsse. Das gelte auch für Personen, die für die Dokumentation interviewt wurden.

Den Vorwurf, bei der Auswahl und Freigabe von Angriffen komme Künstliche Intelligenz zum Einsatz, wies die Armee ebenfalls zurück. Entscheidungen über Ziele und Angriffe würden ausschließlich von Menschen getroffen, nicht von KI.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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