Nach einer Morddrohung gegen Charlotte Knobloch, die bundesweit bekannte Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, ermittelt inzwischen die Generalstaatsanwaltschaft München. Nach Angaben des Antisemitismusbeauftragten bei der Generalstaatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Andreas Franck, wurden Ermittlungen wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Sachbeschädigung eingeleitet.
Wie das Polizeipräsidium mitteilte, hatte ein Zeuge am Donnerstag im Münchner Englischen Garten auf einer Parkbank und an einem Mülleimer eine aufgeschmierte Drohbotschaft entdeckt und daraufhin die Polizei verständigt. Zuvor hatte bereits die Abendzeitung über den Vorfall berichtet.
Nach Angaben einer Sprecherin stand die Gewaltandrohung ausdrücklich im Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt. Die Kultusgemeinde bestätigte, dass sich die namentlich genannte Bedrohung gegen die 93-jährige Knobloch richtete. Die langjährige Kämpferin gegen Antisemitismus und frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden sagte daraufhin ihre Teilnahme an einer für den Abend geplanten Veranstaltung ab.
Weitere Termine sind von der Absage bislang nicht betroffen. Zu den Schmierereien gehörte laut Generalstaatsanwaltschaft unter anderem auch ein Davidstern. Franck betonte, der Fall betreffe eine der wichtigsten Vertreterinnen des Judentums in Deutschland.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber