Israel

Israel sprengt geheime Hisbollah-Basis im Südlibanon

Geheimbunker gesprengt: Israel meldet Schlag gegen Hisbollah – mit brisantem Fund von Raketen und Drohnen.

10.09.2026, 21:29 Uhr

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben unterirdische Stellungen der vom Iran unterstützten Hisbollah im Süden des Libanon zerstört. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz bestätigten den Einsatz auf der Plattform X und erklärten, damit sei die Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen. Eine offizielle Bestätigung aus dem Libanon lag zunächst nicht vor.

Bereits vor einer Woche hatte das israelische Militär nach eigenen Angaben die Kontrolle über den betroffenen Höhenzug ober- und unterirdisch übernommen. Israelische Medien berichteten, dass sich dort über Wochen hinweg Hisbollah-Kämpfer verschanzt hätten. In der Gegend war es wiederholt zu Gefechten gekommen.

Wie die Armee auf Telegram mitteilte, sei die unterirdische Infrastruktur im strategisch wichtigen Gebiet des Höhenzugs Ali al-Taher nach längeren Vorbereitungen vollständig zerstört worden. Israel zufolge sei damit die Fähigkeit der Hisbollah endgültig ausgeschaltet worden, die Anlagen zur Planung und Durchführung von Angriffen auf israelische Soldaten und Zivilisten zu nutzen.

Der Bürgermeister der libanesischen Stadt Nabatieh, Abbas al-Din, berichtete von einer äußerst heftigen Explosion an dem Höhenzug. Die Erschütterungen seien im gesamten Südlibanon und sogar in der rund 70 Kilometer entfernten Hauptstadt Beirut zu spüren gewesen. Für viele Bewohner habe sich das wie ein leichtes Erdbeben angefühlt.

Soldaten sollen in dem Gebiet bleiben

Netanjahu und Katz bezeichneten die zerstörten Anlagen als „strategische Terrorinfrastruktur“, die mit iranischer Finanzierung über mehr als zwei Jahrzehnte aufgebaut worden sei. Israelische Soldaten sollen dort demnach weiter stationiert bleiben, um eine Rückkehr feindlicher Kräfte zu verhindern.

Nach Angaben der Armee erstreckte sich das Tunnelsystem über mehr als zwei Kilometer. In den Anlagen seien Dutzende Raketen, Flugkörper und Drohnen aus iranischer Produktion entdeckt worden. Zudem habe das Militär Maschinengewehre, Panzerabwehrraketen sowie Hunderte Minen und Sprengkörper gefunden.

Kommandozentrale, Waffenlager und Unterkünfte entdeckt

Die Armee erklärte weiter, innerhalb des unterirdischen Komplexes habe sich eine Kommandozentrale befunden. Außerdem habe die Anlage Waffenlager und Wohnräume umfasst, die es Kämpfern ermöglicht hätten, sich längere Zeit unter der Erde aufzuhalten. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.

Die Hügelkette Ali al-Taher nahe Nabatija gilt wegen ihrer geografischen Lage als strategisch bedeutsam, da sie weite Teile der Umgebung überblicken lässt. Der Höhenzug zählt zu den umkämpften Schauplätzen im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah und war in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel israelischer Angriffe im Südlibanon. Seit Jahren gilt die Region als wichtiger Einfluss- und Operationsraum der Hisbollah.

Nach Militärangaben werden die Einsätze in der Sicherheitszone im Südlibanon fortgesetzt, um weitere militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerstören. Obwohl offiziell eine Waffenruhe gilt, werfen sich Israel und die Hisbollah regelmäßig Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Die israelische Armee bleibt im Südlibanon präsent und führt dort nach wie vor nahezu täglich Angriffe aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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