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Alarm in Israel: Iran feuert Raketen auf das Land

Alarm in Israel: Aus dem Iran gestartete Raketen entdeckt – jetzt entscheidet das Abwehrsystem über Schlimmeres

07.06.2026, 21:13 Uhr

Iran feuert erneut Raketen auf Israel – Schulen geschlossen, Lufträume teils gesperrt

Der Iran hat am späten Sonntagabend erneut mehrere Raketensalven auf Israel abgefeuert. Staatsmedien in Teheran meldeten Angriffe auf den Erzfeind. Nach Angaben des israelischen Militärs wurden alle Raketen der ersten Angriffswellen abgefangen.

Wie der israelische TV-Sender N12 berichtete, gingen im Norden des Landes Trümmer abgefangener Raketen nieder, unter anderem nahe der Stadt Tiberias. Eine 79 Jahre alte Frau erlitt demnach Kopfverletzungen, als sie in einen Schutzraum lief. Der israelische Zivilschutz sagte sämtliche Schulaktivitäten für Montag landesweit ab. Der internationale Flughafen bei Tel Aviv blieb israelischen Medien zufolge zunächst geöffnet.

Reaktion auf Angriffe bei Beirut

Irans zentrales Militärkommando bestätigte den Raketenbeschuss. In einer über den staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung begründeten die Streitkräfte den Angriff mit angeblich wiederholten Verstößen der israelischen Armee gegen die Waffenruhe im Libanon. Teheran hatte Israel bereits zuvor mit Angriffen gedroht und will damit die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon unterstützen.

Auslöser der neuen Eskalation waren israelische Angriffe auf Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut am Sonntag – trotz einer von US-Präsident Donald Trump verkündeten Waffenruhe. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklärten, die Armee habe dort „Terroristen-Hauptquartiere“ angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf vorherigen Beschuss Israels durch die Hisbollah gewesen.

Die Hisbollah gilt als wichtigster nichtstaatlicher Verbündeter des Irans. Teheran hatte im Vorfeld gewarnt, weitere israelische Angriffe auf den Großraum Beirut als neue Eskalationsstufe in der regionalen Konfrontation zu werten.

Seit Inkrafttreten einer offiziellen Waffenruhe Mitte April hatte Israel seine Angriffe im Raum Beirut deutlich eingeschränkt. Trump hatte damals sowohl einen Stopp israelischer Angriffe als auch ein Ende der Hisbollah-Attacken auf Israel verkündet. Israel machte jedoch zugleich deutlich, bei erneutem Beschuss wieder Ziele in den Vororten Beiruts anzugreifen. Bewohner der betroffenen Gebiete waren erneut zur Flucht gedrängt worden.

Region reagiert mit Luftraumsperren

Als Reaktion auf die Zuspitzung sperrte der Iran seinen Luftraum im Westen des Landes bis auf Weiteres. Der Irak und Syrien schlossen ihren gesamten Luftraum vorübergehend. Berichte, wonach auch die Golfstaaten entsprechende Schritte ergriffen hätten, bestätigten sich zunächst nicht. Die iranische Rothalbmondgesellschaft versetzte ihre Mitarbeiter aus Sorge vor möglichen israelischen Gegenschlägen in Alarmbereitschaft.

Iran spricht von Angriff auf Luftwaffenstützpunkt

Nach iranischen Angaben richteten sich die Angriffe unter anderem gegen den israelischen Luftwaffenstützpunkt Ramat David. In einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Erklärung bezeichneten die Revolutionsgarden die Attacken als Reaktion auf die Eskalation im Libanon. Die im Iran-Krieg vereinbarte Waffenruhe habe unter der Voraussetzung gegolten, dass der Konflikt an allen Fronten gestoppt werde. Teheran warf Israel und den USA vor, diese Grundlage verletzt zu haben.

Die Revolutionsgarden bezeichneten den Beschuss als „Warnung“. Sollte der Krieg wieder vollständig aufflammen, würden die Antworten umfassender ausfallen und auch amerikanische sowie israelische Ziele in der Region einschließen, hieß es weiter. Nach Angaben iranischer Staatsmedien wurden ballistische Raketen aus mehreren Landesteilen abgefeuert.

Verhandlungen weiter ohne Durchbruch

Am 28. Februar begannen Israel und die USA ihren Krieg gegen den Iran. Zuletzt hatte Teheran in der Nacht auf den 8. April Raketen auf Israel abgefeuert. Noch am selben Tag einigten sich Washington und Teheran zunächst auf eine zweiwöchige Waffenruhe, die später verlängert wurde. Trump knüpfte diese auch an eine Öffnung der Straße von Hormus. Eine dauerhafte Einigung in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran kam bislang jedoch nicht zustande.

Auch nach Beginn einer US-Seeblockade in der Straße von Hormus hatte es bereits Warnungen vor einer Wiederaufnahme iranischer Angriffe auf Israel gegeben.

Seit Kriegsbeginn Ende Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran blockiert Teheran die für den weltweiten Öltransport wichtige Meerenge vor seiner Küste. Der Tankerverkehr kam dadurch nahezu zum Erliegen, die Energiepreise stiegen weltweit deutlich an – was auch Trump innenpolitisch unter Druck setzte.

Medien: Trump drängt Israel zur Zurückhaltung

US-Präsident Donald Trump will Medienberichten zufolge Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu dazu bewegen, auf Vergeltungsschläge gegen Teheran zu verzichten. Ein Reporter des Portals „Axios“ berichtete auf X, Trump habe ein entsprechendes Telefonat mit Netanjahu angekündigt. Auch der israelische Sender Kan meldete, Washington wolle keine israelische Reaktion auf die neuen Angriffe. Demnach sagte Trump: „Israel hat genug reagiert.“

Offenbar hofft der US-Präsident weiterhin auf ein Rahmenabkommen mit Teheran. Dem US-Sender Fox News zufolge sagte Trump, an den Iran gerichtet: Ihr habt eure Raketen abgefeuert, das reicht – kehrt an den Verhandlungstisch zurück und schließt ein Abkommen. Eine offizielle Stellungnahme des Weißen Hauses stand zunächst aus.

Trump deutete laut Fox News zudem an, dass eine Einigung möglicherweise bereits am Montag, Dienstag oder Mittwoch kommender Woche erreicht werden könnte. Mit Blick auf die jüngsten israelischen Angriffe im Libanon erklärte er demnach zugleich: „Ich bin nicht erfreut darüber.“

Expertin warnt vor Fehleinschätzungen

Die Iran-Expertin Holly Dagres bezeichnete die Raketenangriffe als kalkulierten Schritt, um die USA zu Zugeständnissen bei einem möglichen Rahmenabkommen zu bewegen. Zugleich sei dies ein riskantes Manöver mit erheblichem Spielraum für Fehleinschätzungen, schrieb sie auf X.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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