Bayern

Nach CSD-Anschlag: Warum in München Regenbogenflaggen wehen

Nach dem CSD-Anschlag in Berlin reagiert Münchens OB Krause sofort – mit einem Zeichen und einer eindringlichen Bitte.

27.07.2026, 15:10 Uhr

Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Berliner Christopher Street Day (CSD) haben sich in München rund 4.000 Menschen zu einer Mahnwache versammelt. Nach Angaben der Veranstalter war die Zahl mit der Schätzung der Polizei abgestimmt. Zuvor hatte Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) als Zeichen der Toleranz Regenbogenflaggen vor dem Rathaus aufhängen lassen.

In einem Schreiben an Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bezeichnete Krause die Tat als Anschlag gegen die LGBTIQ+-Community und gegen die demokratische Gesellschaft. Betroffen seien Menschen, die ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung wahrnähmen, ebenso wie jene, die für Gleichberechtigung und Akzeptanz auf die Straße gegangen seien.

Krause: Offene Gesellschaft verteidigen

Der Münchner Oberbürgermeister betonte, wie wichtig es sei, eine offene Gesellschaft und ihre demokratischen Errungenschaften zu schützen. Dazu zählten für ihn das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, der Schutz von Minderheiten und das Demonstrationsrecht. All diese Werte seien durch den Anschlag vom Wochenende angegriffen worden.

Krause zeigte sich erschüttert und tief betroffen. Den Angehörigen und Freunden der getöteten Frau sowie allen weiteren Betroffenen sprach er sein Mitgefühl aus. Der 35-Jährige hatte selbst Ende Juni gemeinsam mit seinem Lebensgefährten am Münchner CSD teilgenommen.

Mahnwache auf dem Marienplatz

Bei der Mahnwache auf dem Marienplatz gedachten Tausende der Opfer. Besucherinnen und Besucher hatten dort die Möglichkeit, Blumen und Kerzen niederzulegen.

Der Geschäftsführer des Münchner CSD, Alexander Kluge, sagte, die Gedanken seien bei den Verletzten, den Angehörigen und Freunden der getöteten Frau sowie bei allen, die das Geschehen miterleben mussten. Die Solidarität gelte dem Berliner CSD und der queeren Community in der Hauptstadt. Heute werde getrauert, zugleich halte man zusammen.

Der Berliner CSD war am Samstagabend abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rand der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war. Dabei wurde eine Frau getötet, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Am Sonntagabend erschoss die Polizei den mutmaßlichen Attentäter Abdul B.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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