Wirtschaft

E-Zigaretten: Schon wieder teurer!

Schock für Vaper? Fruchtige Liquids wurden 2026 schon teurer – jetzt droht der nächste Preis-Hammer aus Berlin.

06.09.2026, 04:15 Uhr

Höhere Abgaben auf E-Zigaretten-Liquids geplant

Wer in Deutschland Liquids für E-Zigaretten kauft, muss sich voraussichtlich auf steigende Preise einstellen. Hintergrund ist eine geplante Erhöhung der Tabaksteuer, die politisch grundsätzlich breite Unterstützung findet. Uneinigkeit besteht jedoch über das Ausmaß: Während die Bundesregierung lediglich eine vergleichsweise geringe Anhebung vorgeschlagen hat, wollen die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD im Bundestag den Satz stärker erhöhen. In der Branche stößt das auf Kritik. Der Verband Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG) warnt vor Belastungen für den legalen Handel und einem weiteren Wachstum des Schwarzmarktes.

Branche sieht Schwarzmarkt-Risiko

BfTG-Chef Dustin Dahlmann verweist darauf, dass die Steuer auf Liquids bereits zu Beginn dieses Jahres deutlich gestiegen ist – von 26 auf 32 Cent je Milliliter. Nach Einschätzung des Verbands habe dies den illegalen Handel zusätzlich angekurbelt. Der Anteil des Schwarzmarktes sei demnach von rund 40 auf 50 Prozent gewachsen. Sollte die Steuer nun erneut kräftig angehoben werden, dürfte sich diese Entwicklung nach Ansicht Dahlmanns fortsetzen.

So stark könnten die Preise steigen

Das Bundesfinanzministerium hatte vorgeschlagen, die Abgabe zum Januar 2027 um einen Cent auf 33 Cent pro Milliliter anzuheben. Die Koalitionsfraktionen dringen inzwischen jedoch auf eine Erhöhung um drei Cent auf dann 35 Cent. Da auf die Steuer zusätzlich Mehrwertsteuer anfällt, würde ein höherer Steuersatz den Endpreis nochmals stärker nach oben treiben.

Nach Berechnungen des Branchenverbands könnte sich ein übliches 10-Milliliter-Fläschchen, das derzeit etwa 12 Euro kostet, allein durch die Steuer um 36 Cent verteuern. Das entspräche einem Plus von rund drei Prozent.

Zweifel an den erwarteten Mehreinnahmen

Dahlmann bezweifelt zudem, dass der Staat mit einer stärkeren Steueranhebung tatsächlich die erhofften zusätzlichen Einnahmen erzielt. Er verweist auf frühere Fehleinschätzungen: Bei der Reform des Tabaksteuergesetzes im Jahr 2022 habe das Bundesfinanzministerium für 2025 mit Einnahmen von 520 Millionen Euro aus dem Verkauf von E-Zigaretten gerechnet. Tatsächlich seien es bislang nur 403 Millionen Euro geworden. Zwar sei der Konsum gestiegen, gleichzeitig aber auch der Schwarzmarkt. Aus Sicht des Verbands droht sich dieses Muster nun zu wiederholen.

Forscher mahnen zur Vorsicht beim Vaping

Bei E-Zigaretten werden sogenannte Liquids erhitzt, der entstehende Dampf wird anschließend eingeatmet. Laut der Debra-Studie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf nutzen in Deutschland etwa drei Prozent der Menschen ab 14 Jahren E-Zigaretten.

Die Branche hebt hervor, dass beim Dampfen deutlich weniger Schadstoffe entstehen als beim Rauchen herkömmlicher Tabakzigaretten. Deshalb würden sich Vapes als Alternative für Raucher eignen. Fachleute aus Medizin und Krebsforschung warnen jedoch davor, die Risiken zu unterschätzen. Zwar gilt als unbestritten, dass beim Vaping weniger Schadstoffe freigesetzt werden als beim Verbrennen von Tabak. Wegen fehlender Langzeitstudien sei aber noch nicht abschließend geklärt, wie schädlich die verbleibenden Stoffe auf Dauer für den Körper sind. Hinzu kommt, dass das in den meisten E-Zigaretten enthaltene Nikotin abhängig machen kann.

Besonders aufmerksam verfolgt die Politik dabei, dass E-Zigaretten vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt sind.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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