Iran

Trump wartet: Eskaliert Irans Antwort auf den US-Plan?

Waffenruhe im Iran-Krieg – aber wie lange noch? Trump wartet auf Teherans Antwort auf den US-Plan zum Kriegsende.

09.05.2026, 05:33 Uhr

Nach den jüngsten militärischen Zwischenfällen deutet vieles darauf hin, dass Washington und Teheran wieder stärker auf Diplomatie setzen. Die US-Regierung wartet derzeit auf die Antwort des Irans auf einen amerikanischen Vorschlag zur Beendigung des Kriegs. Nach Informationen des Wall Street Journal könnten Gespräche zwischen den Konfliktparteien unter Vermittlung Pakistans schon in der kommenden Woche erneut in Islamabad stattfinden. Frühere Anläufe für weitere Verhandlungsrunden in der pakistanischen Hauptstadt waren mehrfach gescheitert.

US-Präsident Donald Trump erklärte am Freitagabend in Washington, seine Regierung rechne noch am selben Abend mit einer Rückmeldung aus Teheran. Auf die Frage, ob der Iran die Gespräche absichtlich in die Länge ziehe, sagte Trump, das werde sich bald zeigen. Auch US-Außenminister Marco Rubio hatte zuvor erklärt, man warte auf die iranische Antwort und hoffe auf ein ernst gemeintes Angebot. Die iranische Führung hatte vor einigen Tagen bestätigt, einen Vorschlag aus den USA zu prüfen.

Am Donnerstag hatten sich beide Seiten trotz bestehender Waffenruhe erneut militärisch attackiert. Der Iran griff US-Militärschiffe in der Straße von Hormus mit Raketen und Schnellbooten an, während die Vereinigten Staaten Ziele auf iranischem Staatsgebiet bombardierten. Trump forderte Teheran zugleich unter Androhung weiterer Konsequenzen auf, rasch einem Friedensabkommen zuzustimmen. Ungeachtet der Angriffe gelte die Feuerpause aber weiter. Das iranische Militär erklärte die Kämpfe am Freitagabend für beendet. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim sprach eine nicht namentlich genannte Militärquelle davon, dass die Gefechte nach zeitweiligem gegenseitigem Beschuss eingestellt worden seien und die Lage momentan ruhig sei.

Straße von Hormus
Die blockierte Straße von Hormus ist eines der Hauptthemen, über das verhandelt werden soll. (Archivbild) Quelle: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa

Erklärung soll 30 Tage für Verhandlungen absichern

Das Weiße Haus wartet aktuell auf eine Reaktion des Irans auf einen Entwurf für eine 14 Punkte umfassende Absichtserklärung. Diese soll unter anderem den Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen schaffen, mit dem Ziel, den Krieg zu beenden. Medien zufolge geht es dabei auch um mögliche Erleichterungen bei US-Sanktionen sowie um Regelungen für die Zukunft der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Außerdem soll eine Grundlage für weitere Gespräche über das umstrittene iranische Atomprogramm gelegt werden.

Dem Bericht des Wall Street Journal zufolge zeigt sich der Iran erstmals offen dafür, über sein Atomprogramm zu verhandeln. Unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen schrieb die Zeitung außerdem, dass die Erklärung vorsehe, Teherans Kontrolle über die Meerenge von Hormus zu lockern. Im Gegenzug würden die USA während der 30-tägigen Gespräche ihre Blockade iranischer Häfen teilweise zurücknehmen. Falls es in diesem Zeitraum Fortschritte gebe, könnte die Frist im beiderseitigen Einvernehmen verlängert werden.

Katar drängt auf Gespräche und wirbt für dauerhaften Frieden

Unterdessen appellierte Katar an alle Kriegsparteien, die Vermittlungsbemühungen ernst zu nehmen. Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani habe dies bei einem Treffen mit US-Vizepräsident JD Vance in Washington betont, teilte das katarische Außenministerium auf X mit. Den Angaben zufolge könnten die Verhandlungen den Weg zu einem umfassenden Abkommen und zu dauerhaftem Frieden in der Region ebnen.

Pakistan tritt offiziell als Vermittler im Krieg zwischen den USA und dem Iran auf, während Katar eher im Hintergrund Einfluss nimmt. Nach einem Bericht des US-Portals Axios fungieren Vertreter Katars als bedeutender inoffizieller Kommunikationskanal zwischen Washington und Teheran. Demnach nutzen sie auch ihre Kontakte zu ranghohen Generälen der iranischen Revolutionsgarden.

Neue US-Aktionen gegen Schiffe

Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando der US-Streitkräfte, Centcom, teilte am Freitag auf X mit, man habe erneut unbeladene Öltanker unter iranischer Flagge angegriffen und kampfunfähig gemacht. Zwei dieser Schiffe hätten versucht, einen iranischen Hafen am Golf von Oman anzulaufen. Ein US-Kampfflugzeug habe Warn- beziehungsweise Abwehrschüsse abgegeben, um zu verhindern, dass die Tanker die amerikanische Seeblockade durchbrechen.

Nach US-Angaben hindert das Militär derzeit mehr als 70 Tanker daran, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen. Diese Schiffe könnten iranisches Öl im geschätzten Wert von über 13 Milliarden US-Dollar transportieren. Darüber hinaus seien mehr als 50 weitere Schiffe umgeleitet worden, um die Blockade aufrechtzuerhalten.

Seit etwas mehr als einem Monat besteht im Iran-Krieg offiziell eine Waffenruhe. Dennoch bleibt die militärische Lage in der Region äußerst angespannt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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