Politik

ZdK fordert: Regierung, zeig Mut!

Katholiken erhöhen den Druck: Mehr Mut von Merz – und bloß kein Kahlschlag beim Sozialstaat. Was jetzt gefordert wird.

12.05.2026, 16:59 Uhr

ZdK fordert von der Bundesregierung mehr Entschlossenheit bei Reformen

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat sich in die aktuelle Debatte über politische Reformen eingeschaltet und von der Bundesregierung mehr Klarheit und Tatkraft verlangt. Zum Auftakt der ZdK-Vollversammlung in Würzburg erklärte Präsidentin Irme Stetter-Karp laut Redemanuskript, der Sozialstaat dürfe auch künftig niemanden im Stich lassen.

Zugleich räumte sie ein, dass Veränderungen nicht ohne Belastungen und Sparmaßnahmen auskommen würden. Diese müssten jedoch gerecht verteilt und nachvollziehbar begründet werden. Dafür brauche es eine Regierung, die offen benenne, worum es gehe, und nach einem Jahr im Amt Reformen endlich aktiv vorantreibe. Das ZdK ist das höchste Laiengremium der katholischen Kirche in Deutschland.

Sorge wegen möglicher Kürzungen

Mit Besorgnis schaut das ZdK nach Angaben Stetter-Karps auf bekannt gewordene Überlegungen zu Einschnitten bei staatlichen Leistungen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung.

Unmittelbar nach der Vollversammlung beginnt am Mittwoch, 13. Mai, in Würzburg der 104. Katholikentag, der unter Leitung des ZdK veranstaltet wird. Erwartet wird dort unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Kritik an nachlassender Aufmerksamkeit bei Missbrauchs-Aufarbeitung

Innerhalb der Kirche setzt sich das ZdK seit Langem für Reformen und die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals ein. Stetter-Karp betonte, dass dieses Thema weiter konsequent behandelt werden müsse. Sie warnte zugleich vor wachsender Gleichgültigkeit: Nicht nur in der Kirche, sondern auch in Gesellschaft und Medien nehme die Aufmerksamkeit ab. Stattdessen machten sich Ungeduld und eine gewisse Ermüdung breit. Immer häufiger werde gefragt, wann das Thema endlich abgeschlossen sei.

ZdK bekräftigt Haltung zu Segensfeiern

Auch zur Frage von Segensfeiern für homosexuelle Paare bezog das ZdK erneut Stellung. Papst Leo XIV. hatte zuletzt klargemacht, dass der Vatikan einer weitergehenden Liberalisierung ablehnend gegenübersteht.

Nach Darstellung von Stetter-Karp ist dem Papst vor allem wichtig, dass Segensfeiern nicht mit einer Eheschließung verwechselt werden können. Genau diese Sorge lasse sich jedoch durch die gemeinsam vom ZdK und der Deutschen Bischofskonferenz erarbeitete Handreichung ausräumen. Sie hoffe daher, dass solche Feiern weiterhin an möglichst vielen Orten angeboten werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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