Iran

Hormus-Mission? Pistorius: «Wir sind ready»

Durch den Suezkanal ins Krisengebiet: Diese Marine-Schiffe sollen im Roten Meer blitzschnell für Hormus bereitstehen

18.06.2026, 11:20 Uhr

Deutsche Marineschiffe nach Suezkanal-Passage auf dem Weg Richtung Rotes Meer

Die für einen möglichen Minenräumeinsatz in der Straße von Hormus vorgesehenen Schiffe der Deutschen Marine haben den Suezkanal passiert. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sollen sie sich nun vor Dschibuti für eine mögliche internationale Mission bereithalten.

Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte am Rande eines Treffens mit seinen Nato-Kollegen in Brüssel, Deutschland wolle im Fall eines Auftrags schnell handlungsfähig sein und die Einheiten zügig in die Straße von Hormus verlegen können.

Bei den Schiffen handelt es sich um das Minenjagdboot „Fulda“ und den Tender „Mosel“. Beide sind in einem multinationalen Verband unterwegs und werden ihr Zwischenziel voraussichtlich in fünf bis sieben Tagen erreichen.

Rund 140 Soldatinnen und Soldaten an Bord

Für einen möglichen Einsatz wurden die beiden Schiffe mit autonomen Systemen ausgestattet. Außerdem sind Minentaucher und Sicherungskräfte zum Schutz der Einheiten an Bord, sogenannte Vessel Protection Teams. Insgesamt umfasst das Kontingent laut Verteidigungsministerium rund 140 Männer und Frauen.

Die 1998 in Dienst gestellte „Fulda“ verfügt über eine Druckkammer für Taucher und ist mit Drohnen ausgerüstet, die Seeminen aufspüren können. Anschließend können Minentaucher die Sprengkörper unschädlich machen. Zusätzlich stehen autonome Systeme zur Verfügung, die Seegebiete selbstständig erkunden, sowie ferngesteuerte Unterwasserdrohnen mit Kamera und Greifarm.

Experten gehen davon aus, dass der Iran kurz nach Beginn des Krieges mehrere Dutzend Seeminen in der Meerenge ausgelegt haben könnte. Teheran hat dies allerdings nie bestätigt. US-Präsident Donald Trump erklärte zwischenzeitlich, dass bereits einige Minen geborgen worden seien.

Zunächst unterwegs im Rahmen der EU-Mission „Aspides“

Während der Verlegung beteiligen sich die deutschen Schiffe zunächst an der EU-Marinemission „Aspides“. Dabei tragen sie zum maritimen Lagebild im Roten Meer bei und sammeln Informationen, die auch für weitere Entscheidungen wichtig sein können.

Die Bundesregierung will damit unterstreichen, dass sie sich in einer internationalen Koalition am Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus beteiligen will. Pistorius sagte dazu: „Wir sind jedenfalls ready. Wenn es soweit ist, sind wir bereit.“

Für die Fahrt näher an das mögliche Einsatzgebiet ist nach seinen Worten noch kein neues Mandat des Bundestages erforderlich. Dieser Schritt sei durch das bestehende deutsche Mandat für „Aspides“ abgedeckt.

Bedingungen für einen Einsatz weiter offen

Ob es tatsächlich zu einem Minenräumeinsatz in der Straße von Hormus kommt, ist nach Einschätzung von Pistorius weiter offen. Voraussetzung sei ein klarer internationaler völkerrechtlicher Rahmen, der unterschiedlich ausgestaltet sein könne. Hinzu komme ein Mandat des Bundestages, mit dem sich das Parlament noch vor der Sommerpause befassen soll.

Außerdem seien die Zustimmung des Iran und Omans für Minenräumaktivitäten notwendig. Beide Anrainerstaaten müssten die Arbeit deutscher Minenräumer zulassen. Damit solle vermieden werden, dass Bundeswehrsoldaten in eine unklare Lage geraten und womöglich selbst zum Ziel werden.

Viel hänge nun davon ab, wie die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA in den kommenden 60 Tagen verlaufen, sagte Pistorius. Positiv bewertete er die jüngste Vereinbarung, die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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