Iran

Alarm in Kuwait: Raketen und Drohnen im Anflug

Nach neuem US-Schlag gegen Iran eskaliert die Lage: Kuwait meldet Raketen und Drohnen, in Bahrain heulen die Sirenen.

28.06.2026, 02:57 Uhr

Nach einem weiteren US-Angriff auf Ziele im Iran sind in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain Explosionen gemeldet worden. Inzwischen haben die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärt, dort US-Ziele angegriffen zu haben. Bahrain bestätigte nun die jüngsten iranischen Angriffe mit Drohnen und Raketen.

Das Außenministerium in Manama sprach von einer „gefährlichen Eskalation“, die einem „bewussten Muster wiederholter Angriffe“ gegen das Land folge. Der Iran halte an seinem Kurs fest und sei mit Blick auf das Rahmenabkommen mit den USA über ein Ende der Gewalt „allein verantwortlich“ dafür, die verbliebenen Chancen auf eine Deeskalation zu untergraben.

Nach Darstellung der Eliteeinheit hätten Marine und Luftwaffe der Revolutionsgarden in den frühen Morgenstunden in einem gemeinsamen Raketen- und Drohneneinsatz acht wichtige Infrastrukturziele der US-Armee in beiden Ländern zerstört. Verbreitet wurde die Mitteilung über den IRGC-Kanal Sepah News auf Telegram. Eine unabhängige Bestätigung für diese Angaben gab es zunächst nicht, eine Reaktion der USA stand vorerst aus.

Den Angaben zufolge richteten sich die Angriffe gegen den US-Luftwaffenstützpunkt Ali Al-Salem in Kuwait sowie gegen die 5. US-Marineflotte im bahrainischen Mina Salman. Die IRGC bezeichneten die Attacken als Reaktion auf die jüngste „US-Aggression“ und warfen Washington vor, mit den Angriffen gegen das Mitte Juni geschlossene Rahmenabkommen mit Teheran sowie gegen die geltende Waffenruhe verstoßen zu haben.

Wie die kuwaitische Armee zuvor auf der Plattform X mitgeteilt hatte, war die Luftabwehr des Landes damit beschäftigt, feindliche Raketen und Drohnen abzufangen. Auch aus Bahrain wurden Explosionen gemeldet. Dort heulten mehrfach die Alarmsirenen. Das Innenministerium rief die Bevölkerung auf, ruhig zu bleiben und geschützte Orte aufzusuchen.

Nach Angaben des bahrainischen Innenministeriums wurde im Zuge des Angriffs auch ein Wohngebäude beschädigt. Tote habe es jedoch nicht gegeben.

Revolutionsgarden drohen mit härterem Vorgehen

Nach Angaben der IRGC enthält das Rahmenabkommen auch Vereinbarungen mit der Islamischen Republik zur Kontrolle des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Schiffe, die gegen diese Vereinbarungen verstießen, würden künftig noch härter bekämpft als bisher, hieß es weiter. Jede weitere Aggression werde eine „vernichtende Antwort“ nach sich ziehen. Ein Bruch der Waffenruhe könne zudem den gesamten politischen Prozess beenden.

Kuwait und Bahrain sind Verbündete der USA in der Golfregion und beherbergen Truppen des US-Militärs. Die Angriffe folgten auf einen erneuten US-Vergeltungsschlag gegen den Iran. Nach Angaben des zuständigen US-Regionalkommandos Centcom war dieser die Reaktion auf einen iranischen Angriff auf einen Frachter. Bereits in der Nacht auf Samstag hatten die USA nach eigenen Angaben iranische Lager für Raketen und Drohnen sowie Radaranlagen an der Küste aus der Luft attackiert. Es handelte sich um den zweiten amerikanischen Angriff seit dem Mitte Juni geschlossenen Rahmenabkommen zwischen beiden Staaten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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