Politik

DGB-Chefin zerlegt Merz: „Frech!“

Merz wurde beim DGB ausgebuht – jetzt erklärt die Chefin des Gewerkschaftsbunds, warum der Protest völlig verständlich war.

23.06.2026, 04:00 Uhr

Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi kann die Pfiffe und Buhrufe gegen Bundeskanzler Friedrich Merz beim DGB-Kongress im Mai nachvollziehen. Im Podcast „Ronzheimer“ sagte die frühere SPD-Politikerin, Merz habe den Menschen ungeschickt vermittelt, dass sie sich auf Einschnitte einstellen müssten, und dies in einer Art, die viele als belehrend empfunden hätten. Seine Wortwahl sei aus ihrer Sicht ziemlich provokant gewesen, sodass Reaktionen aus dem Publikum kaum überraschen dürften.

Merz hatte am 12. Mai beim DGB-Bundeskongress gesprochen – es war die erste Rede eines CDU-Kanzlers bei diesem Treffen seit acht Jahren. Dabei warb er für umfassende Reformen im Sozialbereich. Besonders die für den Sommer geplante Rentenreform bezeichnete er als die wohl größte Herausforderung der schwarz-roten Koalition. Zugleich betonte er, die notwendigen Veränderungen seien keine Frage des politischen Wollens, sondern eine Folge von Demografie und finanziellen Realitäten. Künftig würden zwei Beitragszahler kaum noch ausreichen, um einen Rentner zu finanzieren.

Auch Regierungssprecher Stefan Kornelius äußerte sich zu den Reaktionen während der Rede. Angesichts der angespannten Lage im Land und der Unsicherheit vieler Menschen seien solche negativen Rückmeldungen nachvollziehbar und menschlich.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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