Politik

CSU will jetzt den Jura-Bachelor

Jura ohne Examen, ohne Abschluss? Bayern blockte lange – jetzt kippt die CSU. Was der neue Bachelor wirklich bringen soll.

24.09.2026, 13:08 Uhr

CSU befürwortet nun Jura-Bachelor als Ergänzung zum Staatsexamen

Nach langer Ablehnung will die CSU künftig auch im Jurastudium einen Bachelor-Abschluss ermöglichen. Anders als in manchen anderen Ländern soll dieser Abschluss jedoch nicht automatisch vergeben werden: Vorgesehen sind eine eigenständige Bachelorarbeit sowie ein zusätzliches Vollzeitsemester in einem anderen Fach.

Dieses Modell haben die Vorsitzenden des CSU-Arbeitskreises Juristen und des Arbeitskreises Hochschule, Winfried Bausback und Stephan Oetzinger, vorgestellt. Als Nächstes soll sich der Landtag damit befassen.

Kurswechsel nach anfänglichem Nein

Die Diskussion war ursprünglich von den Grünen angestoßen worden, Unterstützung kam zunächst nur von der SPD. Ihr Anliegen: Studierende sollten nicht ohne Abschluss bleiben, wenn sie das Staatsexamen auch im zweiten Versuch nicht bestehen.

Die CSU-Fraktion im Landtag hatte sich zuerst klar dagegen positioniert. Im Juli änderte sie jedoch ihren Kurs, auch unter dem Eindruck parteiinterner Kritik aus der Jungen Union. Laut Bausback ist das nun vorgelegte Konzept mit der JU abgestimmt.

Die CSU hält weiterhin am hohen Stellenwert des Staatsexamens fest. Gleichzeitig soll es künftig möglich sein, einen Bachelor of Laws (LL.B.) zu erwerben – entweder nach einem nicht bestandenen Staatsexamen oder dann, wenn Studierende sich am Ende bewusst für diesen alternativen Abschluss entscheiden.

Voraussetzung soll sein, dass sämtliche Anforderungen für die Zulassung beziehungsweise den Abschluss des Staatsexamensstudiums erfüllt wurden. Hinzukommen sollen eine „Bachelorarbeit oder eine vergleichbare wissenschaftliche Leistung“ sowie ein erfolgreich absolviertes Vollzeitsemester in einem anderen Fachgebiet.

CSU will Zusatznutzen für den Arbeitsmarkt

Bausback und Oetzinger betonen, dass damit einerseits eine zusätzliche Qualifikation geschaffen werde, andererseits aber das Staatsexamen seinen prägenden Charakter behalte. Nach Bausbacks Worten solle der bayerische LL.B. im Unterschied zu manchen Modellen anderer Bundesländer einen echten Zusatznutzen bieten und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Ein Abschluss ohne spürbaren Mehrwert sei nicht das Ziel.

Wie der Bachelor im Detail ausgestaltet wird, sollen die Hochschulen selbst festlegen. Im CSU-Konzept wird allerdings klargestellt, dass die Prüfungsordnungen den besonderen Stellenwert des Staatsexamens im Jurastudium nicht antasten dürfen. Deshalb soll das Justizministerium den Studien- und Prüfungsordnungen zustimmen müssen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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