Politik

CSU-Pläne: Drohnenarmee und Labore im All

Söder warnt: Ohne Tech-Vorsprung droht Deutschland der Wohlstands-Kollaps. Jetzt legt die CSU überraschende Pläne vor.

27.07.2026, 14:07 Uhr

CSU verknüpft Sicherheit und Technologie

Die CSU-Landesgruppe im Bundestag will Deutschland mit einer engeren Verbindung von Landesverteidigung und technologischem Fortschritt wirtschaftlich wieder aus der Krise führen. Zum Auftakt der Sommerklausur im fränkischen Kloster Banz bei Bad Staffelstein sagte CSU-Chef Markus Söder, Deutschlands Chancen auf anhaltenden Wohlstand hingen entscheidend davon ab, technologisch an der Spitze zu bleiben und weiter zu den stärksten Ländern der Welt zu zählen.

Zu der zweitägigen Tagung werden unter anderem Astronaut Alexander Gerst, Unternehmerin Bonita Grupp und Ungarns Außenministerin Anita Orban erwartet.

Bundeswehr soll mehr als 100.000 Drohnen erhalten

Nach einem Abschlusspapier, das die 44 CSU-Bundestagsabgeordneten am Dienstag beschließen wollen und das der dpa vorliegt, soll die Bundeswehr ihre Drohnenkapazitäten massiv ausbauen. Vorgesehen ist ein Bestand von mehr als 100.000 Drohnen aller Größenordnungen.

Zudem soll die Ukraine im Rahmen eines Verteidigungsabkommens ihr Know-how weitergeben. Das Land hat seit dem russischen Angriff umfangreiche Erfahrungen beim militärischen Einsatz von Drohnen gesammelt.

Zusätzlichen Nachdruck erhielt die Forderung in Banz durch den Rüstungsunternehmer Sven Kruck vom bayerischen Drohnenspezialisten Quantum Systems. Er hält unbemannte, KI-gestützte Systeme künftig für unverzichtbar. Nach seinen Angaben werden in der Ukraine bereits bis zu 70 Prozent der Frontstellungen von solchen Systemen gehalten. Quantum Systems habe dort derzeit 600 Kräfte im Einsatz, um Erkenntnisse aus den Gefechten auszuwerten.

CSU plant Weltraumflotte mit mehr als 1.000 Satelliten

Nach Vorstellungen der CSU soll Sicherheit künftig nicht nur am Boden und in der Luft, sondern zunehmend auch im All organisiert werden. In einem Entwurf des Abschlusspapiers heißt es, sicherheitspolitische Aufgaben verlagerten sich immer stärker in den Orbit.

Gemeinsam mit der Bundeswehr soll deshalb eine Weltraumflotte mit mehr als 1.000 Satelliten aufgebaut werden. Sie soll sichere Kommunikation, vernetzte Informationen, Aufklärung und ein hochpräzises Lagebild ermöglichen, etwa durch Radarsatelliten und Spezialkameras. Aus Sicht der CSU könnte Deutschland damit die gemeinsame Verteidigung in NATO und EU stärken und zugleich eine Vorreiterrolle beim Schutz des Weltraums einnehmen.

Weltraum auch für Forschung und Arzneimittelproduktion

Die Partei will die deutschen Aktivitäten im All insgesamt ausweiten. Genannt werden unter anderem Weltraumlabore zur Herstellung von Medikamenten. Unter Bedingungen der Schwerelosigkeit könnten Arzneimittel, etwa gegen Krebs, möglicherweise besser und wirksamer produziert werden. Dafür müsse der Zugang zum Weltraum dauerhaft gesichert werden.

Mehr Unabhängigkeit bei Trägerraketen, KI und Chips

Im Papier wird außerdem betont, dass Deutschland und Europa neue Abhängigkeiten vermeiden müssten. Trägerraketen und Startplätze seien inzwischen ein zentrales Nadelöhr europäischer Souveränität. Bislang würden Satelliten nahezu ausschließlich vom US-Unternehmen SpaceX ins All gebracht.

Auch bei Künstlicher Intelligenz und der Produktion von Mikrochips soll Deutschland unabhängiger von den USA und anderen internationalen Lieferanten werden.

Unterstützung für Start-ups und Mittelstand

Damit diese Pläne umgesetzt werden können, fordert die CSU-Landesgruppe mehr Unterstützung für junge Unternehmen, zusätzliches Wagniskapital für Gründer sowie einfachere Lösungen für Unternehmensnachfolgen im Mittelstand.

Neue Roboter-Gyms und mehr Maschinen bis 2030

Auch die Robotik soll nach den Vorstellungen der CSU einen kräftigen Schub erhalten. Dazu sollen weitere sogenannte Roboter-Gyms entstehen, in denen Maschinen menschliche Fähigkeiten erlernen.

Bis 2030 könnten nach diesen Plänen mehr als eine Million zusätzliche Roboter in Betrieb genommen werden. Sie sollen helfen, Lücken durch Fachkräftemangel zu schließen – sowohl in der Industrie als auch in der Pflege.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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