Söder und Hoffmann verteidigen Merz nach personellen Wechseln
CSU-Chef Markus Söder und der kommissarische Vorsitzende der Unionsfraktion, Alexander Hoffmann, haben die von Kanzler und CDU-Vorsitzendem Friedrich Merz angekündigten Veränderungen in Regierung und Fraktion ausdrücklich unterstützt. Vor Beginn einer Klausurtagung der CSU-Bundestagsabgeordneten im Kloster Banz in Oberfranken zeigte sich Söder überzeugt, dass sich die derzeitige Aufregung bald wieder legen werde.
Zugleich hob er die Rolle der CSU innerhalb der Union hervor. Die Partei sei ein "Stabilitätsanker", sagte Söder. Das Berliner Team der CSU habe sich bewährt, deshalb gebe es dort keinen Anlass für Änderungen.
Aus Sicht Söders war der Rückzug von Fraktionschef Jens Spahn der Auslöser für die Neuaufstellung. Es sei nur folgerichtig, dass ein Kanzler in einer solchen Situation prüfe, ob eine breitere personelle Aufstellung sinnvoll sei. Söder verglich das mit dem Sport: So wie ein Trainer Spieler ein- und auswechseln müsse, um den Erfolg der Mannschaft zu sichern, dürfe und müsse auch ein Kanzler oder Parteichef personelle Entscheidungen treffen.
Söder: Entscheidungen nachvollziehbar und hilfreich
Söder räumte ein, dass solche Wechsel nicht ohne Enttäuschungen abliefen. Wer bei einer Neubesetzung leer ausgehe, reagiere naturgemäß unzufriedener als diejenigen, die neu berufen würden. Eine gewisse Unruhe in der Übergangsphase sei daher normal. Dennoch zeigte er sich sicher, dass sich die Lage beruhigen werde. Alle Entscheidungen seien aus seiner Sicht sinnvoll und nachvollziehbar und würden letztlich dazu beitragen, sowohl die Union als auch die Bundesregierung zu stärken.
Auch im Umgang mit dem noch amtierenden Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder nahmen Söder und Hoffmann Merz gegen Kritik in Schutz. Söder sagte, wer ein neues Amt erhalte, freue sich darüber unabhängig von den Umständen. Wer dagegen von Veränderungen betroffen sei, empfinde verständlicherweise Enttäuschung.
Hoffmann betonte, entscheidend sei nun, dass das Kabinett vollständig besetzt sei. Er blicke der Zusammenarbeit mit dem neu zusammengestellten Team positiv entgegen. Personalentscheidungen zu treffen, gehöre nun einmal zu den zentralen Aufgaben eines Parteivorsitzenden.
Hoffmann fordert Fokus auf politische Aufgaben
Nach Auffassung Hoffmanns erwarten die Menschen von der Politik gerade in schwierigen Situationen Entschlossenheit. Wenn es nötig sei, ein Team breiter aufzustellen, dann müsse eine Führung auch handeln. Nun komme es darauf an, die bevorstehenden Herausforderungen anzugehen. Diese seien zu wichtig, um sich dauerhaft in Personaldebatten zu verlieren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber