Politik

Alarm im Ärmelkanal: Russische Fregatte feuert Warnschuss

Russische Kriegsschiffe im Ärmelkanal: Geleitschutz für Putins Schattenflotte – oder steckt noch mehr dahinter?

16.06.2026, 18:20 Uhr

Ein russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal Warnschüsse auf eine Jacht abgegeben. Nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA bestätigte nun auch das britische Verteidigungsministerium, dass es sich bei dem beteiligten Schiff um die Fregatte „Admiral Grigorowitsch“ gehandelt habe.

Demnach sollten die Schüsse eine Kollision verhindern und seien nicht auf die Jacht gerichtet gewesen. Laut PA soll die Fregatte zuvor zudem versucht haben, ein britisches Schiff im Kanal zu kontaktieren. Aus dem britischen Verteidigungsministerium hieß es weiter, man gehe von einem Einzelfall aus, der nicht mit der Festsetzung des Tankers „Smyrtos“ durch Großbritannien am Wochenende in Verbindung stehe.

Der Vorfall ereignete sich demnach am späten Vormittag auf der Strecke zwischen der britischen Isle of Wight und der Küste der französischen Normandie. Auslöser soll gewesen sein, dass die Jacht dem russischen Kriegsschiff zu nahe gekommen sei.

Auch das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Zwischenfall. Demnach habe die Jacht auf mehrere Kontaktversuche nicht reagiert und ihren Abstand weiter verringert. Als sie sich der Fregatte bis auf 150 Meter genähert habe, habe der Kapitän den Befehl zu Warnschüssen gegeben. Aus Moskau hieß es zudem, die Besatzung habe nach den international geltenden Schifffahrtsregeln gehandelt und alles unternommen, um den Vorfall zu verhindern.

Erst vor einigen Tagen stoppte die britische Marine im Ärmelkanal den Öltanker „Smyrtos“, der der sogenannten russischen Schattenflotte zugerechnet wird. Fachleute gehen davon aus, dass die Anwesenheit russischer Kriegsschiffe auch dazu dienen könnte, gegen solche Maßnahmen abzuschrecken.

Russland nutzt Schiffe dieser Schattenflotte, um westliche Sanktionen trotz des Ukraine-Kriegs zu umgehen. Nach britischen Angaben umfasst dieses Netzwerk mehr als 700 Schiffe, die unter unterschiedlichen Flaggen fahren und russisches Öl transportieren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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