Deutschland plant vorläufige Altersgrenze für soziale Netzwerke
In Deutschland sollen vorerst eigene Vorgaben gelten, die Kindern unter 13 Jahren den Zugang zu sozialen Medien verbieten. Das Bundeskabinett verabschiedete dafür in Berlin entsprechende Leitlinien aus dem Ministerium von Familienministerin Karin Prien (CDU). Betroffen wären demnach Plattformen wie TikTok, Snapchat und Instagram.
Hintergrund ist, dass die EU-Kommission bereits im September ähnliche Vorschläge unter dem Titel "EU Kids Act" präsentiert hatte. Da eine Einigung zwischen Europaparlament und den Mitgliedstaaten aber noch dauern dürfte, will Deutschland bis zu einer gemeinsamen europäischen Lösung eine Übergangsregel schaffen.
Bei dem Kabinettsbeschluss handelt es sich zunächst noch nicht um einen Gesetzentwurf, sondern um eine politische Grundsatzentscheidung. Wann die neuen Regeln tatsächlich gelten sollen, ist daher bislang offen.
Vorgesehen ist, dass Kinder unter 13 soziale Netzwerke grundsätzlich nicht nutzen dürfen. Ausnahmen soll es nur für nachweislich kindgerechte Angebote geben. Für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sind gestufte Einschränkungen geplant.
Damit orientieren sich die deutschen Überlegungen an den Ideen der EU-Kommission. Diese sehen für Jugendliche ab 13 sogenannte Mini-Konten vor, die von den Eltern eingerichtet und begleitet werden. Solche Accounts sollen nur eingeschränkte Funktionen bieten und auf eine tägliche Nutzungsdauer von maximal einer Stunde begrenzt sein.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber