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Siebenjähriger tot, Pfleger verletzt: Jetzt das Urteil

Nach dem tödlichen Angriff auf ein Kind wurde das Urteil teils neu verhandelt. Blieb es bei der Strafe – oder gab es eine Wende?

14.10.2026, 12:14 Uhr

Im neu aufgerollten Verfahren zum tödlichen Messerangriff auf ein siebenjähriges Kind im Bezirkskrankenhaus Regensburg hat das Landgericht Weiden einen Jugendlichen erneut wegen Mordes schuldig gesprochen. Der heute 16-Jährige erhielt wieder eine Jugendstrafe von acht Jahren und sechs Monaten. Zusätzlich ordnete das Gericht seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Der Fall musste erneut verhandelt werden, nachdem der Bundesgerichtshof das frühere Urteil teilweise kassiert hatte. Hintergrund war die rechtliche Bewertung der Verletzung eines Pflegers, der bei dem Angriff eingeschritten war. Nach Ansicht des BGH hätte dies als versuchtes Tötungsdelikt gewertet werden müssen. Diese Einstufung nahm das Gericht nun vor, ohne jedoch das Strafmaß zu verändern.

Angriff auf Pfleger nun als versuchter Mord eingestuft

Wie das Gericht nach Abschluss des nicht öffentlichen Verfahrens mitteilte, wurde die Attacke auf den Pfleger als versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung bewertet. Der Mitarbeiter hatte versucht, den Angeklagten zu entwaffnen. Nach Überzeugung der Kammer war die Schuldfähigkeit des Jugendlichen zur Tatzeit wegen einer schweren psychischen Störung deutlich vermindert, aber nicht vollständig aufgehoben.

Einen Vorbehalt der Sicherungsverwahrung sprach das Gericht nicht aus. Zur Begründung hieß es, der Jugendliche werde ohnehin auf unbestimmte Zeit in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht, bis eine Heilung eintritt oder von ihm keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit ausgeht.

Hintergrund der Tat

Nach den Feststellungen der Jugendkammer war der Jugendliche damals Patient in der Regensburger Klinik und hatte den Entschluss gefasst, schon länger bestehende Tötungsgedanken in die Tat umzusetzen. Nach einem Besuch bei seinen Eltern soll es ihm gelungen sein, zwei Messer in das Krankenhaus zu bringen.

Am 26. Oktober 2023 griff er laut Gericht zunächst unvermittelt einen 63 Jahre alten Lehrer in der Klinik an und stach anschließend mehrfach auf den siebenjährigen Jungen ein. Das Kind starb an den Folgen der Attacke, der Lehrer wurde lebensgefährlich verletzt. Auch der Pfleger, der den Täter überwältigte und ihm das Messer aus der Hand schlug, erlitt Verletzungen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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