Sachsen

Schock-Fund nach Hauseinsturz in Görlitz

Tragische Entdeckung nach Haus-Einsturz in Görlitz: Zwei Tage später finden Einsatzkräfte eine tote Frau in den Trümmern.

21.05.2026, 01:44 Uhr

Drei Tage nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses in Görlitz herrscht traurige Gewissheit: Alle drei unter den Trümmern vermissten Menschen sind tot. Nach Angaben der Polizei wurde am frühen Abend auch eine dritte Leiche gefunden. Dabei handelt es sich um einen Mann, mit hoher Wahrscheinlichkeit um den bislang vermissten 48-Jährigen mit deutscher und bulgarischer Staatsangehörigkeit. Die Vermisstensuche ist damit abgeschlossen.

Drei Tote aus den Trümmern geborgen

Bereits in der Nacht zu Donnerstag hatten Einsatzkräfte die Leiche einer 25-jährigen rumänischen Touristin aus dem eingestürzten Gebäude geborgen. Wenige Stunden später wurde auch eine 26 Jahre alte Frau gefunden. Beide Frauen hielten sich nach Polizeiangaben als Touristinnen in dem Haus auf.

Ein Notarzt konnte bei beiden nur noch den Tod feststellen. Die Leichname wurden ebenso wie der später gefundene Tote in die Rechtsmedizin gebracht. Ergebnisse der Untersuchungen werden erst in den kommenden Tagen erwartet.

Angehörige vor Ort betreut

Zur Unterstützung der Angehörigen waren Notfallseelsorger sowie ein rumänischer Pfarrer aus Dresden und ein rumänisch-ukrainischer Pfarrer aus Zittau im Einsatz. Unter den Betroffenen war auch ein Mann, dessen Verlobte und Cousine sich zum Zeitpunkt des Einsturzes in dem Haus befanden. Nach seinen Angaben wollten die drei gemeinsam Urlaub in Görlitz machen. Während des Unglücks war er gerade einkaufen.

Großeinsatz mit Hunden, Kameras und schwerem Gerät

Seit dem Einsturz suchten Rettungskräfte mit großem Aufwand nach den Verschütteten. Dabei kamen unter anderem Spürhunde und Spezialkameras zum Einsatz, mit denen Hohlräume und tiefer liegende Bereiche abgesucht werden konnten. Nach Angaben des THW arbeiteten die Teams zuletzt bereits im Bereich des Kellers.

Pro Seite des Trümmerfeldes waren etwa 15 Helfer im Einsatz, zeitweise insgesamt rund 50 THW-Kräfte. Wegen der starken Staubbelastung trugen sie Schutzmasken. Beim Bergen halfen Radlader, Bagger, Kräne und ein Saugbagger, der kleinere Trümmerteile und Staub entfernen kann.

Die Einsatzkräfte hatten zu Beginn des dritten Tages noch Hoffnung, Überlebende zu finden. Im Verlauf des Donnerstags schwand diese jedoch. Das THW verwies auf die sogenannte goldene Rettungszeit von meist 24 bis 72 Stunden, in der die Überlebenschancen am höchsten sind. Diese Frist lief am späten Donnerstagnachmittag ab.

Unglück nahe dem Bahnhof

Das eingestürzte Gründerzeithaus in der James-von-Moltke-Straße nahe dem Görlitzer Bahnhof war am Montag gegen 17.30 Uhr aus bislang nicht abschließend geklärter Ursache zusammengestürzt. In dem Gebäude befanden sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen.

Zunächst galten fünf Menschen als vermisst. Bei zwei von ihnen stellte sich jedoch bereits wenige Stunden später heraus, dass sie noch auf dem Weg nach Görlitz waren. Der Bereich rund um das Haus wurde weiträumig evakuiert und abgesperrt.

Ursache weiter unklar – vieles spricht für Gasexplosion

Warum das Haus einstürzte, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Görlitz’ Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) sagte, es sehe nach einer Gasexplosion aus. Nach Polizeiangaben wurde wenige Stunden nach dem Einsturz zudem ein Gasleck entdeckt.

Stadt an der polnischen Grenze

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands. Sie liegt in der sächsischen Oberlausitz an der Neiße und hat rund 57.000 Einwohner. Gemeinsam mit der polnischen Nachbarstadt Zgorzelec bildet sie seit 1998 eine grenzüberschreitende Europastadt.

Wegen ihrer historischen, im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstörten Altstadt gilt die Stadt zudem als beliebter Drehort für internationale Filmproduktionen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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