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Starke Eishockey-Cracks scheitern bitter an USA

Deutschlands beste WM-Show – und dann dieser Verzicht: Gegen die USA wäre fast mehr drin gewesen. Lebt die Viertelfinal-Hoffnung?

20.05.2026, 23:08 Uhr

Vier Spiele, vier Niederlagen – und trotzdem lebt für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft die Hoffnung auf das WM-Viertelfinale weiter. Beim 3:4 nach Penaltyschießen gegen Weltmeister USA holte das Team von Bundestrainer Harold Kreis in Zürich immerhin den ersten Punkt des Turniers. Mit drei Siegen in den verbleibenden Gruppenspielen gegen Ungarn am Freitag (16.20 Uhr/ProSieben und MagentaSport), Österreich und Großbritannien ist die K.o.-Runde weiterhin erreichbar.

Bitter ist die Lage vor allem für Daniel Fischbuch. Der Angreifer der Iserlohn Roosters musste früh mit Verdacht auf einen Handbruch vom Eis und dürfte im weiteren Turnierverlauf wohl ausfallen.

Für zusätzlichen Ärger sorgte der Ausgleich der Amerikaner zum 3:3 in der 55. Minute. Beim Treffer von Tommy Novak hatte Philipp Grubauer den Puck aus deutscher Sicht bereits unter Kontrolle, dennoch zählte das Tor. Kreis ließ die Szene nicht überprüfen. Grubauer reagierte danach deutlich: "Ich war drauf mit der Hand – klare Fehlentscheidung", sagte der Torhüter bei MagentaSport. Dass die Situation nicht noch einmal per Video angesehen wurde, habe ihn bei einem so wichtigen Spiel ebenfalls gewundert.

Marc Michaelis zeigte sich ebenfalls unzufrieden. "Ich weiß nicht, warum nicht gechallengt wurde. Das fühlt sich nicht richtig an", sagte der Torschütze. Kreis erklärte nach der Partie dagegen, ihm habe in dieser Situation keine Challenge zur Verfügung gestanden: "Das ist keine Challenge."

Am Ende setzte sich der Favorit im Penaltyschießen durch. Für Deutschland trafen in der regulären Spielzeit Moritz Seider (2. Minute), Frederik Tiffels (30.) und Marc Michaelis (33.). Trotz eines im Vergleich zu den Titeljahren deutlich veränderten Kaders gingen die USA auch diesmal favorisiert in die Begegnung.

Bei den Amerikanern stand erstmals Olympiasieger Matthew Tkachuk von den Florida Panthers auf dem Eis. Zu einem Wiedersehen mit Leon Draisaitl kam es allerdings nicht, weil der deutsche Superstar seine WM-Teilnahme abgesagt hatte. Tkachuk war bei Olympia 2026 bereits mit Draisaitl aneinandergeraten und hatte den Deutschen nach der Niederlage gegen die USA provoziert.

Traumstart für Deutschland

Obwohl die USA nach WM-Gold 2025 und Olympia-Sieg 2026 diesmal ohne viele große Namen antraten, blieb die Qualität hoch. Dennoch erwischte Deutschland den besseren Beginn. Nach drei Niederlagen zum WM-Auftakt ging die DEB-Auswahl erstmals bei diesem Turnier in Führung: Seider traf nach Vorarbeit von Joshua Samanski und Frederik Tiffels mit einem platzierten Schuss schon nach gut einer Minute zum 1:0.

Auch danach blieb das deutsche Team gefährlich. Stefan Loibl verpasste in der 10. Minute das mögliche 2:0. Stattdessen fiel wenig später erneut ein Gegentor nach eigenem Fehler. Fabio Wagner bekam die Scheibe vor dem eigenen Tor nicht entscheidend geklärt, Isaac Howard nutzte das konsequent aus und ließ dem wieder ins deutsche Tor zurückgekehrten Philipp Grubauer keine Chance (15.).

USA dreht das Spiel, Deutschland antwortet

Zu Beginn des zweiten Drittels geriet Grubauer mehrfach in den Mittelpunkt. Die USA erhöhten den Druck und kamen schließlich etwas glücklich zur Führung: Max Sasson stocherte den Puck zum 2:1 über die Linie (26.).

Anders als bei der deutlichen Niederlage gegen die Schweiz zeigte die deutsche Mannschaft diesmal aber eine starke Reaktion. Zwar wurde ein Treffer von Kai Wissmann wegen Abseits aberkannt (27.), doch nur drei Minuten später gelang Frederik Tiffels der verdiente Ausgleich. Für den Berliner war es an seinem 31. Geburtstag bereits das zweite Tor im laufenden Turnier.

Deutschland spielte nun deutlich mutiger nach vorne und legte schnell nach. Nach einem starken Zuspiel von Alexander Ehl brachte Marc Michaelis die DEB-Auswahl mit seinem ersten Torschuss im Turnier erneut in Führung (33.). Die deutsche Offensive wirkte nun deutlich selbstbewusster als in den vorangegangenen Partien.

Umstrittener Ausgleich sorgt für Frust

Kurz vor Schluss folgte dann die Szene des Spiels. Beim 3:3 durch Novak in der 55. Minute schien Grubauer den Puck bereits sicher zu haben, ehe weiter nachgestochert wurde. Trotz großer Zweifel erkannten die Schiedsrichter den Treffer an. Deutschlands Spieler reagierten mit Unverständnis, eine Überprüfung blieb aber aus.

So ging die Partie zunächst in die Verlängerung und anschließend ins Penaltyschießen, in dem die USA das glücklichere Ende für sich hatten.

Für Deutschland bleibt die Ausgangslage dennoch klar: Mit Erfolgen gegen Ungarn, Österreich und Großbritannien ist der Einzug ins Viertelfinale weiterhin möglich.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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