Politik

Schock in San Diego: Mehrere Tote bei Moschee-Angriff

Blutbad in San Diego: Fünf Tote nach Attacke auf islamisches Zentrum – und ein rätselhafter Hinweis wirft neue Fragen auf.

19.05.2026, 04:09 Uhr

Erneut ist in den USA eine Glaubenseinrichtung Schauplatz eines schweren Gewaltverbrechens geworden. Diesmal traf es ein islamisches Zentrum in San Diego, zu dem auch eine Moschee und eine Schule gehören. Drei Menschen kamen ums Leben. Zwei mutmaßliche Angreifer im Alter von 17 und 19 Jahren wurden später tot in einem Auto entdeckt.

Viele Fragen zum Ablauf und Motiv offen

Wie genau sich die Tat abspielte, ist bislang in wesentlichen Teilen unklar. Auch zum Motiv machten die Ermittler zunächst keine konkreten Angaben. Im Fokus steht zudem ein Hinweis an die Polizei, der bereits vor dem Angriff eingegangen war und nun die Frage aufwirft, ob die Tat womöglich hätte verhindert werden können.

Großeinsatz am islamischen Zentrum

Nach Meldungen über einen Schützen rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an. Fernsehbilder aus einem Hubschrauber zeigten schwer bewaffnete Einsatzkräfte, die Kinder aus dem Gebäude brachten. Ein Augenzeuge sagte CBS News, er habe ungefähr 30 Schüsse gehört und danach den Notruf gewählt.

Vor Ort fanden die Beamten laut Polizei drei tote erwachsene Männer. Einer von ihnen war als Wachmann für die Einrichtung tätig. Bei den beiden anderen Opfern soll es sich Medienberichten zufolge um Mitarbeiter handeln. Namen und weitere persönliche Angaben wurden aus Rücksicht auf die Familien zunächst nicht veröffentlicht.

San Diegos Polizeichef Scott Wahl sagte, noch sei nicht abschließend geklärt, was sich vor der Moschee genau abgespielt habe. Mit Blick auf den getöteten Wachmann erklärte er jedoch, dessen Verhalten sei heldenhaft gewesen und habe sehr wahrscheinlich Menschenleben gerettet.

Schüsse am islamischem Zentrum in San Diego
Es gab drei Todesopfer. Quelle: Gregory Bull/AP/dpa

Weitere Schüsse und tote Verdächtige in Auto gefunden

Nach Angaben Wahls begannen die Einsatzkräfte sofort damit, das Gebäude zu durchsuchen. Etwa zeitgleich ging ein weiterer Notruf ein: Nur wenige Straßen entfernt sei auf einen Garten- und Landschaftsbauer geschossen worden. Die Hintergründe seien noch unklar, möglich sei aber, dass ein Helm den Mann vor tödlichen Verletzungen bewahrt habe.

Wenige Minuten später meldeten Zeugen erneut einen Vorfall: Das Auto mit den beiden toten Tatverdächtigen stand mehrere Blocks entfernt mitten auf der Straße. Nach bisherigem Stand geht die Polizei davon aus, dass beide an selbst zugefügten Schussverletzungen starben.

Mutter alarmierte die Polizei Stunden vor dem Angriff

US-Präsident Donald Trump zeigte sich erschüttert und sprach in Washington von einer "entsetzlichen Situation". Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom erklärte, Hass habe in Kalifornien keinen Platz, Terrorakte und Einschüchterungen gegen Glaubensgemeinschaften würden nicht geduldet.

Polizeichef Wahl teilte außerdem mit, dass die Mutter eines der Verdächtigen etwa zwei Stunden vor der Tat die Polizei kontaktiert hatte. Sie habe gemeldet, ihr Sohn sei verschwunden – ebenso mehrere Waffen und ihr Auto. Zudem sei er mit einem Freund unterwegs und trage Tarnkleidung. Die Mutter habe befürchtet, ihr Sohn könne Suizid begehen.

Polizei suchte mögliche Ziele ab

Den Ermittlern zufolge passten die geschilderten Umstände allerdings nicht eindeutig zu einem reinen Suizidvorhaben. Deshalb entsandte die Polizei Beamte zu möglichen Angriffszielen, darunter eine Schule und ein Einkaufszentrum. Einsatzkräfte hätten sich bereits in der Nähe befunden, als schließlich der Notruf aus dem islamischen Zentrum einging.

Zu einem möglichen Motiv wollten sich die Behörden zunächst nicht festlegen. Laut Wahl wurde bei einem der Verdächtigen eine Mitteilung gefunden, deren Inhalt aber vorerst nicht veröffentlicht werde. Weil es sich bei dem Tatort um eine religiöse Einrichtung handelt, stufen die Ermittler den Angriff bis auf Weiteres als Hassverbrechen ein.

FBI in Ermittlungen eingebunden

Wegen dieser Einschätzung wurde auch das FBI eingeschaltet. Der zuständige FBI-Vertreter Mark Remily sprach von einem sinnlosen Gewaltakt und bat die Bevölkerung um Hinweise. Jedes noch so kleine Detail könne helfen, besser zu verstehen, warum es zu dieser schrecklichen Tat gekommen sei.

Erinnerungen an Angriff auf Synagoge in Michigan

Der Vorfall weckt Erinnerungen an eine Attacke auf eine Synagoge Mitte März in West Bloomfield im Bundesstaat Michigan. Damals raste ein Mann mit einem Fahrzeug in das Gebäude, in dem sich zahlreiche Kleinkinder befanden. Nach Angaben der Polizei eröffnete das Sicherheitspersonal das Feuer und verhinderte so Schlimmeres. Der Angreifer starb später in seinem brennenden Auto. Danach wurde bekannt, dass er sich von der Hisbollah hatte inspirieren lassen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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