Kölner Dom: Ab Juli wohl Eintritt für Besucher
Für den Besuch des Kölner Doms soll ab Juli Geld verlangt werden. Hintergrund sind die enormen Kosten, die für den Erhalt der berühmten Kathedrale anfallen. Das Domkapitel will am Dienstagvormittag bekanntgeben, wie hoch die Gebühr ausfallen soll.
Die geplante Regelung sorgt bereits für intensive Diskussionen. Auch bekannte Persönlichkeiten aus Köln bewerten den Schritt sehr unterschiedlich.
Hape Kerkeling lehnt den Plan klar ab
Entertainer Hape Kerkeling hält einen Eintritt für den Dom für völlig verfehlt. Aus seiner Sicht passt es nicht, für ein solches Gotteshaus Geld zu verlangen. Er reagierte auf die Pläne mit deutlicher Ablehnung.
Karl Lauterbach spricht von einem falschen Signal
Der Kölner SPD-Politiker Karl Lauterbach sieht die Entscheidung ebenfalls kritisch. Seiner Meinung nach sollte die Kirche besonders auch für Menschen mit wenig Geld frei zugänglich bleiben. Es müsse Orte geben, an denen Schönheit und kulturelle Erfahrung nichts kosten. Gerade der starke Gegensatz zwischen der dunklen Außenfassade und dem hellen Innenraum mache den Dom zu einem besonderen Erlebnis.
Günter Wallraff ist hin- und hergerissen
Journalist Günter Wallraff blickt mit gemischten Gefühlen auf die geplante Gebühr. Er besucht den Dom nach eigenen Worten manchmal spontan, um zur Ruhe zu kommen. Dabei gehe es nicht unbedingt um Tourismus, aber auch nicht um klassisches Beten. Für ihn ist offen, wie künftig zwischen stillen Besuchern und Touristen unterschieden werden soll. Gleichzeitig zeigt er Verständnis dafür, dass der Erhalt des Bauwerks sehr teuer ist. Problematisch findet er allerdings auch, wenn Besucher den Dom nur wie eine beliebige Attraktion behandeln.

Gerhard Richter hält Eintritt für vertretbar
Maler Gerhard Richter unterstützt die Idee einer Gebühr. Er verweist darauf, dass auch andere bedeutende Kirchen, etwa der Mailänder Dom, Eintritt verlangen. Richter lebt in Köln und hat 2007 eines der Fenster des Doms gestaltet, das heute zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Inneren gehört.
Alice Schwarzer bedauert die Entwicklung
Frauenrechtlerin Alice Schwarzer kann der neuen Regelung nichts abgewinnen. Für sie gehört der Dom allen Menschen und sollte frei zugänglich bleiben. Persönlich sei sie von der Änderung jedoch nicht betroffen, da sie Mitglied im Dombauverein ist. Für Vereinsmitglieder bleibt der Eintritt weiterhin kostenlos.
Carolin Kebekus: Unschön, aber nachvollziehbar
Comedienne Carolin Kebekus hatte zunächst spontan ablehnend reagiert. Sie erinnert sich daran, in jungen Jahren oft in den Dom gegangen zu sein, um Kerzen anzuzünden – vor Prüfungen, bei Liebeskummer oder in anderen Lebenslagen. Gleichzeitig könne sie nachvollziehen, dass der Unterhalt enorme Summen verschlingt. Auch andere große Kirchen in Europa nähmen Eintritt, deshalb sei die Entscheidung zumindest verständlich.
Wolfgang Niedecken verweist auf hohe Erhaltungskosten
BAP-Sänger Wolfgang Niedecken meint zwar, die katholische Kirche müsste eigentlich genug Mittel haben, um den laufenden Betrieb zu finanzieren. Bei der Instandhaltung der Bausubstanz liege die Sache jedoch anders. Er äußert großen Respekt vor der Arbeit der Dombauhütte, die sich um die aufwendige Pflege des Weltkulturerbes kümmert. Besonders die filigranen Details des Bauwerks machten deutlich, wie kostspielig der Erhalt ist.
Guido Cantz zeigt Verständnis
Auch Moderator und Komiker Guido Cantz kann den Schritt nachvollziehen. Aus seiner Sicht ist die Gebühr verständlich, wenn sie dazu beiträgt, die Betriebs- und Erhaltungskosten zu decken. Dennoch empfindet auch er ein gewisses Unbehagen bei dem Gedanken, künftig am Hauptportal bezahlen zu müssen. Ähnliche Erfahrungen habe er bereits in Kirchen im Ausland gemacht – und die hätten sich stets etwas seltsam angefühlt.
Breite Debatte um Zugang zum Wahrzeichen
Die geplante Eintrittsregelung für den Kölner Dom trifft in der Stadt auf ein geteiltes Echo. Während einige die Maßnahme wegen der hohen Unterhaltskosten für notwendig halten, sehen andere darin einen falschen Schritt für ein Gotteshaus, das für alle offenstehen sollte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion