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Warum fällt Hagel?

Hagel sieht innen aus wie eine Zwiebel – und das größte Korn sprengte alle Rekorde. Wie riesig es war, lesen Sie hier.

17.07.2026, 13:21 Uhr

Hagel: Wie er entsteht, wo er besonders häufig auftritt und wie man sich schützt

Hagel ist eine besondere Form des Niederschlags. Meteorologen sprechen davon, wenn die Eisklumpen mindestens fünf Millimeter groß sind. Alles darunter gilt als Graupel.

Wie entsteht Hagel?

Damit Hagel entsteht, braucht es kräftige Schauer oder Gewitter. Typisch für Hagelkörner ist ihr schalen- oder schichtförmiger Aufbau: Schneidet man ein Korn in der Mitte durch, sind mehrere Lagen zu erkennen.

Der Grund liegt in der Entstehung in der Gewitterwolke. Regentropfen werden durch starke Aufwinde kilometerweit nach oben getragen. In den sehr kalten Bereichen der Wolke gefrieren sie. Anschließend werden sie immer wieder auf- und abwärts gewirbelt. Dabei lagert sich weiteres Wasser an, das sofort festfriert. So wächst das Hagelkorn Schicht für Schicht, bis es zu schwer wird und zu Boden fällt.

Wann und wo ist die Gefahr am größten?

Hagel tritt meist nur lokal auf und betrifft oft eine relativ kleine Fläche. Besonders häufig kommt das Phänomen zwischen Mai und August vor, also in der Zeit mit den meisten starken Gewittern.

In Deutschland ist das Risiko vor allem in Alpennähe erhöht. Auch die Regionen um Stuttgart und München, Gebiete knapp nördlich von Frankfurt sowie Nordhessen gelten als besonders hagelanfällig.

Wie groß kann Hagel werden?

Die größten Hagelkörner bilden sich in sogenannten Superzellen. Der Deutsche Wetterdienst bezeichnet sie als die „Königin der Gewitterwolke“. Voraussetzung dafür sind extrem feuchte Luft in Bodennähe und besonders starker Wind in höheren Luftschichten.

Unter solchen Bedingungen können aus nur einer Gewitterwolke viele Tonnen Hagel fallen. Einzelne Körner erreichen mehr als zehn Zentimeter Durchmesser und treffen mit über 150 Kilometern pro Stunde auf den Boden.

Rekorde bei Hagelkörnern

Das bisher größte weltweit gefundene Hagelkorn wurde 2010 im US-Bundesstaat South Dakota entdeckt. Es hatte einen Durchmesser von 20 Zentimetern und wog 880 Gramm. Ein Exemplar aus Argentinien von 2018 könnte noch größer gewesen sein, belegt ist das jedoch nur durch Fotos.

Der deutsche Rekord stammt aus Undingen in Baden-Württemberg. Dort wurde im August 2013 laut Deutschem Wetterdienst das bislang größte dokumentierte Hagelkorn Deutschlands gemessen. Sein Durchmesser lag bei 14,1 Zentimetern.

Wie verhält man sich bei Hagel richtig?

Wichtig ist, amtliche Unwetterwarnungen ernst zu nehmen. Allerdings räumen Meteorologen ein, dass Hagel nur schwer genau vorherzusagen ist.

Bei Hagel sollte man schnell Schutz suchen, am besten in einem festen Gebäude oder in einem Auto. In Innenräumen gilt: Abstand zu Fenstern und Dachluken halten. Wer sich im Freien aufhält, sollte sofort Deckung suchen. Geeignet sind möglichst eine Mulde oder ein Graben. Dort legt man sich am besten mit dem Gesicht nach unten auf den Boden und schützt Kopf und Nacken mit den Händen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Redaktion

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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