Ermittler: Herzstillstand wohl Auslöser für tödlichen Unfall in Dinslaken
Nach dem schweren Unfall am Mittwochmorgen in Dinslaken, bei dem eine Autofahrerin in eine Gruppe von Schülern fuhr, gehen die Ermittler inzwischen von einem medizinischen Notfall als Ursache aus. Nach Informationen aus Polizeikreisen ergab die Auswertung eines implantierten Ereignisrekorders bei der 47-Jährigen einen 16 Sekunden andauernden Herzstillstand. Nach Einschätzung der Polizei könnte dieser Vorfall den Unfall ausgelöst haben. Zuerst hatte die "Bild" darüber berichtet.
Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, war die Frau bereits im Mai des vergangenen Jahres in einen Unfall verwickelt, nachdem sie am Steuer plötzlich ohnmächtig geworden war. In der Folge wurde ihr das medizinische Gerät eingesetzt. Ein solcher Ereignisrekorder zeichnet die Herzaktivität dauerhaft auf. Zu den aktuellen Erkenntnissen über den Herzstillstand äußerte sich die Staatsanwaltschaft Duisburg am Freitag nicht näher.
Führerscheinstelle sah keinen Anlass für Einschränkungen
Der Unfall ereignete sich kurz vor Unterrichtsbeginn. Die 47-Jährige erfasste mit ihrem Wagen drei zwölfjährige Jungen, die mit ihren Fahrrädern auf dem Weg zum Otto-Hahn-Gymnasium in Dinslaken waren. Zwei der Kinder wurden so schwer verletzt, dass sie später im Krankenhaus starben. Der dritte Junge kam mit leichten Verletzungen davon und musste nicht stationär behandelt werden.
Gegen die Autofahrerin wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Trotz des früheren Unfalls durfte die Frau weiterhin Auto fahren. Die zuständige Führerscheinstelle des Kreises Wesel erklärte, nach gründlicher Prüfung der medizinischen Unterlagen habe es keine rechtliche Grundlage gegeben, ihr die Fahrerlaubnis zu entziehen oder Auflagen zu verhängen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion