Köln hält am Begriff „Spielplatz“ fest
In Köln ist die umstrittene geplante Umbenennung von Spielplätzen endgültig gestoppt worden. Die Bezeichnung „Spielplatz“ bleibt auf den Schildern erhalten. Das geht aus einer Mitteilung der Stadt hervor. Damit ist die zuvor diskutierte Benennung als „Spiel- und Aktionsfläche“ vom Tisch.
In dem Schreiben, das vom Beigeordneten für Bildung, Jugend und Sport, Robert Voigtsberger, unterzeichnet ist, heißt es ausdrücklich, dass an der Bezeichnung „Spielplatz“ festgehalten werde. Ein neuer Entwurf für die Schilder mit der klassischen Aufschrift „Spielplatz“ ist dem Dokument bereits beigefügt. Mehrere Kölner Medien berichteten darüber.
Debatte um Inklusion und Verständlichkeit
Auslöser der Diskussion war ein neuer Schilderentwurf, den die Stadt im Sommer 2025 vorgestellt hatte. Auf den mehr als 700 Kölner Spielplätzen sollte das Wort „Spielplatz“ damals bewusst entfallen. Stattdessen war die Überschrift „Spiel- und Aktionsfläche“ vorgesehen.
Zur Begründung hatte die Verwaltung erklärt, man wolle damit dem erweiterten Inklusionsgedanken Rechnung tragen. Der Begriff „Spielplatz“ galt in diesem Zusammenhang als „eingrenzender Begriff“. Die Flächen sollten nicht nur Kinder, sondern auch Jugendliche ansprechen.
Die Pläne sorgten jedoch für viel Kritik, Spott und Unverständnis. Auch der Kölner Komiker Guido Cantz äußerte sich damals ironisch und nannte die Stadt die „Hauptstadt der Bekloppten“.
Ursprung der Neugestaltung
Die Idee für neue Schilder reicht noch weiter zurück. Bereits fast zwei Jahre zuvor hatte der Jugendhilfeausschuss die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ein neues Design zu entwickeln. Hintergrund war die Einschätzung, dass die alten Schilder den Eindruck vermittelten, Jugendliche seien auf den Flächen nicht willkommen oder dürften sie nicht nutzen.
Neuer Kompromiss beschlossen
Als die Debatte eskalierte, griff die damalige Oberbürgermeisterin Henriette Reker ein und stoppte das Vorhaben. Die parteilose Politikerin machte deutlich, dass sie die Bezeichnung „Spielplatz“ für klar und verständlich halte. Inzwischen ist Thorsten Burmester (SPD) neuer Oberbürgermeister der Stadt.
Nun wurde ein Kompromiss festgelegt: Das neue Schild übernimmt das modernere Erscheinungsbild, das zusammen mit Kindern und Jugendlichen entwickelt worden war. Gleichzeitig bleibt aber der Begriff „Spielplatz“ bestehen.
Dieses Design soll künftig bei neuen Spielplätzen sowie beim Austausch alter, beschädigter oder verschmutzter Schilder verwendet werden. Nach Angaben der Stadt ist damit nun endgültig geklärt, wie Kölner Spielplatz-Schilder in Zukunft aussehen sollen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion