Die Evakuierung des Hürtgenwalder Ortsteils Gey in Nordrhein-Westfalen ist vollständig abgeschlossen. Nach Angaben einer Sprecherin des Kreises Düren haben alle Einwohnerinnen und Einwohner ihre Häuser verlassen. In dem Ort leben etwa 1.800 Menschen.
Die Warn-App Nina weist derzeit die höchste Stufe „Extreme Gefahr“ aus. Laut Gemeinde breitet sich der Waldbrand weiter aus. Bürgermeister Stephan Cranen (parteilos) erklärte, dass die Flammen nur noch weniger als 300 Meter von Gey entfernt seien.
Inzwischen stehen nach Angaben des Kreises rund 300 Hektar Wald in Brand. Seit dem Ausbruch des Feuers sind etwa 300 Einsatzkräfte vor Ort. Unterstützung kommt auch von der Bundeswehr mit zwei Panzern. Zudem sollen drei Löschhubschrauber aus der Luft helfen.
Für die betroffenen Menschen wurden eine Grundschule sowie ein Sport- und Schützenheim als Anlaufstellen eingerichtet.
Ursache weiterhin unklar
In der Nacht lag der Brand zunächst noch rund 500 Meter vom Ort entfernt. Dann drehte sich nach Angaben der Polizei der Wind. Deshalb ordnete die Feuerwehr kurz vor 4 Uhr morgens die Räumung des Ortsteils an. Die Einsatzkräfte versuchen derzeit, ein Übergreifen der Flammen auf die Ortschaft zu verhindern.
Die Gemeinde spricht von einer Großschadenslage. Wegen der angespannten Entwicklung wurde außerdem der Krisenstab des Kreises Düren einberufen, um über die Lage und die nächsten Schritte zu beraten.
Wie es zu dem Waldbrand kam, ist bislang nicht bekannt. Auch ist noch offen, ob weitere Orte evakuiert werden müssen. Verletzte wurden bisher nicht gemeldet.

Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze und hat knapp 9.000 Einwohner. Der Ortsteil Gey befindet sich nur etwa zehn Kilometer von der Kreisstadt Düren entfernt, in der rund 94.000 Menschen leben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber