Nach der mutmaßlichen Beteiligung seiner Schwiegermutter an der Gewalttat in Stade erhält der niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku, politischen Rückhalt. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) erklärte, Kurku habe richtig gehandelt, indem er die familiäre Verbindung offen gemacht habe. Eine persönliche Verantwortung treffe ihn nicht, betonte Lies. Auch die SPD-Landtagsfraktion stellte sich hinter den Politiker.
Kurku hatte am Donnerstag über einen Anwalt mitteilen lassen, dass er die zuständigen Ermittlungsbehörden sowie Stellen in seinem beruflichen Umfeld informiert habe, sobald er durch Medienberichte von der Betroffenheit seiner Schwiegermutter erfahren hatte.
Offen ist weiterhin, was die 65-Jährige wusste
Nach bisherigen Erkenntnissen soll die 65-Jährige den Fluchtwagen gesteuert haben, während der mutmaßliche Schütze auf dem Beifahrersitz saß. Das Fahrzeug wurde von der Polizei mit Schüssen gestoppt.
Der 45 Jahre alte Tatverdächtige mit türkischer Staatsangehörigkeit befindet sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn des sechsfachen Mordes. Er soll in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade sechs Menschen erschossen haben. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen könnte ein Streit um das Sorgerecht für ein drei Monate altes Kind das Motiv gewesen sein.
Welche Kenntnisse die 65-Jährige von den mutmaßlichen Tatplänen hatte und welche konkrete Rolle sie spielte, ist laut Ermittlern bislang nicht geklärt. Die Polizei nahm sie vorübergehend fest und befragte sie. Medien zufolge soll sie der Familie des Verdächtigen eng verbunden sein und als Patentante des Kindes gelten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber