Fensterputzer in 240 Metern Höhe aus defekter Gondel gerettet
Die Höhenretter der Frankfurter Berufsfeuerwehr haben am Commerzbank-Tower in der Innenstadt zwei Fensterputzer aus einer defekten Arbeitsgondel in rund 240 Metern Höhe befreit. Der Einsatz galt als außergewöhnlich und hochgefährlich, auch wegen starker Windböen.
Nach Angaben der Feuerwehr war der Fahrkorb einer Fassadenreinigungsfirma wegen einer technischen Störung stecken geblieben. Insgesamt waren 24 Einsatzkräfte vor Ort, darunter fünf speziell ausgebildete Höhenretter.
Über eine Seilwinde wurden die beiden Männer nacheinander elf Stockwerke nach oben gezogen und in Sicherheit gebracht. Erstmals kam dabei auch eine erst vor Kurzem angeschaffte Akku-Seilwinde zum Einsatz, die die Rettung deutlich beschleunigte.
Besonders brisant wurde die Lage während der Arbeiten: Durch starke Windböen löste sich der in Führungsschienen laufende Korb aus seiner stabilen Position und wurde laut Feuerwehr bis zu acht Meter von der Fassade weggedrückt. Anschließend prallte die Gondel mehrfach gegen die Glasfassade zurück.
Zu diesem Zeitpunkt befanden sich auch zwei Höhenretter in dem Korb. Die Feuerwehr sprach von einer hochkritischen Lage. Mithilfe der Akku-Seilwinde konnten auch sie zügig nach oben gezogen werden und die akute Gefahr unverletzt verlassen.
Nach Einschätzung der Feuerwehr handelte es sich um die bislang höchste Rettung im urbanen Raum in Deutschland. Einsatzleiter Fabian Ommert betonte, dass der starke Wind die Rettungsarbeiten erheblich erschwert habe.
Der Commerzbank-Tower zählt zu den markantesten Hochhäusern Frankfurts. Das Gebäude hat 50 Etagen und erreicht mit seiner Antenne eine Höhe von 300 Metern.
Auch nach der Rettung schwang der Korb weiter im Wind. Ein Techniker der Betreiberfirma konnte ihn schließlich sicher auf dem Dach abstellen. Geholfen habe außerdem, dass die Höhenretter regelmäßig an dem Hochhaus trainieren und die örtlichen Gegebenheiten deshalb gut kannten.
Die Feuerwehr überprüfte die Fassade nach dem Einsatz mit einer Drohne. Schäden wurden dabei nach Angaben der Commerzbank nicht festgestellt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber