Umfrage vor Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: SPD rückt weiter an AfD heran
Kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag verkürzt die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig laut einer neuen Erhebung erneut den Abstand zur AfD. In der repräsentativen Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild“ kommt die AfD auf 37 Prozent, die SPD erreicht 35 Prozent.
Mit deutlichem Abstand folgen die übrigen Parteien: Die Linke liegt bei 10 Prozent, während die CDU weiter nur auf 7 Prozent kommt. Damit verharrt sie auf dem Niveau anderer zuletzt veröffentlichter Umfragen. Sollte sich dieser Wert bestätigen, wäre es für die Christdemokraten das schlechteste Ergebnis bei einer Landtagswahl seit Gründung der Bundesrepublik.
Die Grünen würden mit 5 Prozent knapp den Einzug in den Landtag schaffen. Das BSW käme auf 3 Prozent und bliebe damit unter der Fünfprozenthürde.
Bei der Landtagswahl 2021 war die SPD mit 39,6 Prozent noch klar stärkste Kraft. Damals erhielt die AfD 16,7 Prozent, die CDU 13,3 Prozent, die Linke 9,9 Prozent, die Grünen 6,3 Prozent und die FDP 5,8 Prozent. Seitdem regiert Schwesig gemeinsam mit der Linken.
Nach den aktuellen Zahlen würde es für eine Fortsetzung von Rot-Rot nicht mehr reichen. Rechnerisch wäre jedoch weiterhin eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen möglich. Für eine AfD-Alleinregierung würde das Ergebnis ebenfalls nicht ausreichen.
Für die Befragung wurden zwischen dem 8. und 15. September insgesamt 1.000 Menschen ab 16 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern online interviewt. Das Institut gibt eine statistische Fehlertoleranz von plus/minus 3,1 Prozentpunkten an.
Auch andere aktuelle Umfragen zeichnen ein ähnliches Bild: In einer Erhebung von Infratest dimap für die ARD lag die SPD zuletzt bei 33 Prozent, die AfD bei 38 Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF sah die SPD bei 34 Prozent und die AfD bei 37 Prozent. In beiden Umfragen wurde die CDU ebenfalls bei 7 Prozent gemessen. Die Linke erreichte dort 9 beziehungsweise 10 Prozent, die Grünen jeweils 5 Prozent und das BSW 4 Prozent.
Wie immer gilt: Wahlumfragen sind keine Vorhersagen des Wahlergebnisses. Sie geben lediglich die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung wieder. Zudem erschweren sinkende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen die Gewichtung der erhobenen Daten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber