Politik

Insa-Umfrage: SPD-Comeback in Mecklenburg-Vorpommern

Schwesigs SPD holt rasant auf – und die CDU stürzt ab: Wird der Wahlkampf in MV jetzt zum Albtraum für die Union?

10.09.2026, 11:56 Uhr

SPD in Mecklenburg-Vorpommern legt zu und verkürzt Abstand zur AfD

In Mecklenburg-Vorpommern gewinnt die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig laut einer aktuellen Insa-Erhebung weiter an Boden. In der repräsentativen Umfrage für den Nordkurier kämen die Sozialdemokraten bei einer Landtagswahl am kommenden Sonntag auf 33 Prozent. Das sind vier Punkte mehr als noch in der vor vier Wochen veröffentlichten Insa-Befragung. Die AfD bliebe mit 36 Prozent weiterhin stärkste Kraft.

Deutlich unter Druck steht dagegen die CDU. Sie verliert im Vergleich zur vorherigen Umfrage drei Prozentpunkte und würde nur noch 7 Prozent erreichen. Sollte sich dieses Ergebnis bei einer Wahl bestätigen, wäre es das schwächste Resultat der Partei auf Landesebene seit ihrer Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Linke verharrt laut Umfrage bei 11 Prozent. Die Grünen kämen unverändert auf 5 Prozent und müssten damit um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bleibt bei 4 Prozent und würde den Einzug ins Parlament damit verpassen.

Dreierbündnis könnte Schwesig im Amt halten

Der neue Landtag in Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September gewählt. Derzeit regiert Schwesig gemeinsam mit der Linken. Für eine Fortsetzung dieses Bündnisses würde es nach den aktuellen Zahlen jedoch nicht reichen. Sollten die Grünen den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen, wäre allerdings eine rot-rot-grüne Koalition möglich.

Insa beziffert die Fehlertoleranz der Umfrage auf plus/minus 3,1 Prozentpunkte. Grundlage sind Angaben zufolge 1.000 Befragte, die zwischen dem 1. und 8. September online befragt wurden.

Rückblick auf die Wahl 2021

Bei der Landtagswahl 2021 war die SPD mit 39,6 Prozent noch klar stärkste Kraft geworden. Die AfD erzielte damals 16,7 Prozent, die CDU 13,3 Prozent, die Linke 9,9 Prozent, die Grünen 6,3 Prozent und die FDP 5,8 Prozent.

Auch Infratest dimap sieht SPD im Aufwind

Ein ähnliches Bild zeigte bereits eine Anfang September veröffentlichte Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR. Dort lag die SPD bei 32 Prozent und damit nur noch drei Punkte hinter der AfD, die auf 35 Prozent kam. Im Vergleich zur Juli-Erhebung gewann die SPD drei Punkte, während die AfD einen Punkt verlor.

In dieser Umfrage belegte die Linke mit 11 Prozent den dritten Platz. Die CDU erreichte 8 Prozent, die Grünen 5 Prozent und das BSW 4 Prozent.

Umfragen sind keine Vorhersagen

Meinungsumfragen geben grundsätzlich nur ein Stimmungsbild zum Zeitpunkt der Erhebung wieder. Wegen sinkender Parteibindungen und vieler kurzfristiger Wahlentscheidungen sind sie stets mit Unsicherheiten verbunden. Sie erlauben daher keine verlässliche Prognose des tatsächlichen Wahlausgangs.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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