Entscheidung über Bahn-Neubau zwischen Hamburg und Hannover rückt näher
Im Streit um eine neue Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover zeichnet sich eine Richtungsentscheidung ab. Verkehrspolitiker der schwarz-roten Koalition im Bundestag sprechen sich in einem Entwurf für eine Beschlussvorlage für einen Neubau statt für den Ausbau der bestehenden Trasse aus. Das entsprechende Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, nachdem zuvor bereits NDR und die Hannoversche Allgemeine Zeitung darüber berichtet hatten.
Endgültig beschlossen ist das Vorhaben allerdings noch nicht. Aus Koalitionskreisen heißt es, an dem Entwurf werde weiterhin gearbeitet.
Koalition hält Neubau für die bessere Lösung
Am 23. September soll sich der Verkehrsausschuss des Bundestags mit den Plänen der Deutschen Bahn für die neue Strecke befassen. Sowohl der Ausschuss als auch einen Tag später das Bundestagsplenum sollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Bahn die Planungen weiter vorantreiben kann. Die Beratung im Parlament gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer möglichen Neubaustrecke.
In dem Entwurf wird die neue Strecke gegenüber einem Ausbau der Bestandsverbindung deutlich bevorzugt. Demnach schneidet der Neubau in den vier zentralen Bereichen Raumordnung, Umwelt, Betrieb und Kosten insgesamt besser ab. Als Vorteile werden unter anderem eine um 18 Minuten kürzere Fahrzeit zwischen Hamburg und Hannover, weniger Lärm und Erschütterungen in dicht besiedelten Orten, eine höhere Zuverlässigkeit im Bahnverkehr sowie die Möglichkeit eines Halbstundentakts im Nahverkehr genannt.
Niedersachsen setzt weiter auf Alpha-E
In Niedersachsen bleibt das Thema jedoch politisch umstritten. Dort drängt die Landesregierung seit Jahren auf die Ausbauvariante Alpha-E. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hatte bereits im Juni betont, diese Lösung sei die schnellere, weil realistischere Option. Nach seiner Auffassung verfolge die Bahn ein Projekt, das womöglich erst in Jahrzehnten Wirkung entfalten könne – sofern es überhaupt umgesetzt werde. Statt langfristiger Großvorhaben müsse der Fokus auf Maßnahmen liegen, die zügig realisierbar seien.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber