Nach dem Aus von US-Rapper Macklemore wegen seiner propalästinensischen Aussagen haben nun vier weitere Künstler ihre Auftritte im Vorprogramm von Ed Sheerans US-Tour abgesagt. Der irische Singer-Songwriter Aaron Rowe schrieb auf Instagram, er würde den Respekt vor sich selbst verlieren, wenn er weitermache wie bisher. Sein Statement schloss er mit den Worten „Free Palestine“ ab.
Auch Lukas Graham, der ebenfalls als Support-Act vorgesehen war, erklärte, man müsse über Krieg, getötete Zivilisten und über Kinder sprechen können, die ein Recht darauf hätten, aufzuwachsen – unabhängig davon, wo sie lebten. Zudem zogen sich Beoga und Finneas O’Connell, der Bruder und enge musikalische Partner von Billie Eilish, von den verbleibenden Konzerten zurück.
Medienberichten zufolge haben damit inzwischen alle noch geplanten Voracts ihre Teilnahme an der Tour abgesagt. Ed Sheeran ist mit seiner „Loop“-Tour noch bis November in den USA unterwegs. Anschließend sind Auftritte in Mexiko und Südamerika geplant.
Petition nach Macklemore-Aussagen
Macklemore hatte zuvor erklärt, dass „Ed Sheeran und sein Team“ ihn von der Tour ausgeschlossen hätten. Verschiedenen Berichten zufolge hatte der 43-Jährige bei Konzerten gesagt, einer der Gründe für seine Teilnahme sei gewesen, in Hallen und Stadien in den USA zwei Worte sagen zu können, die ihm sehr wichtig seien: „Free Palestine“.
Daraufhin startete die Organisation Israeli-American Council (IAC) laut Medien eine Petition mit der Forderung an Sheeran, Macklemore nicht weiter im Rahmen der Tour auftreten zu lassen.

Sheeran weist Verantwortung zurück
Ed Sheeran selbst äußerte sich ebenfalls zu dem Vorgang. Auf Instagram erklärte er, die Entscheidung sei vom Tourveranstalter getroffen worden und nicht von ihm. In den vergangenen Tagen habe er intensiv mit Vertretern der Veranstaltungsorte, dem Veranstalter sowie mit Aktivisten beider Seiten gesprochen, um eine gemeinsame Lösung zu finden – jedoch ohne Erfolg.
Gleichzeitig machte Sheeran deutlich, dass ihn der Nahost-Konflikt und das Leid auf beiden Seiten erschüttere. Er habe eine persönliche Haltung zu dem Konflikt, schrieb der Sänger. Nur weil er sich dazu nicht öffentlich äußere, bedeute das weder, dass ihm das Thema gleichgültig sei, noch, dass er keine Meinung dazu habe.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber