Gesundheitsamt Frankfurt intensiviert Untersuchungen nach neuen Malariafällen
Nach den jüngsten Malariaerkrankungen im Umfeld des Frankfurter Flughafens baut das Gesundheitsamt seine Nachforschungen aus. Die am Dienstagabend eingerichtete Hotline werde bereits stark in Anspruch genommen, teilte die Behörde mit. Demnach gingen stündlich etwa fünf bis zehn Anrufe ein.
Viele Anrufer seien verunsichert und suchten Informationen zu Schutzmaßnahmen und zur Vorbeugung gegen Mückenstiche. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte eine infizierte Mücke über den Flughafen eingeschleppt worden sein. Deshalb werde das aktive Mückenmonitoring nun gezielt auch auf den Stadtteil Schwanheim ausgeweitet.
Zwei frühere Todesfälle
Bereits im Sommer waren mehrere Beschäftigte des Frankfurter Flughafens an Malaria erkrankt, zwei von ihnen starben. Am Dienstag wurden zudem zwei Infektionen bei Bewohnern des nahegelegenen Stadtteils Schwanheim bekannt. Beide werden medizinisch behandelt. Nach Angaben des Gesundheitsamts waren sie zuvor nicht im Ausland gewesen.
Wie die Behörde erklärte, handelt es sich auch in diesen beiden Fällen um Malaria tropica, die als gefährlichste Form der Krankheit gilt. Ob ein Zusammenhang mit den bereits bekannten Erkrankungen besteht, ist noch unklar und wird weiter geprüft. Behördenleiter Peter Tinnemann sagte, vergleichbare Infektionen bei Anwohnern eines Flughafens seien in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten nicht bekannt geworden.
Bei ungewöhnlichen Beschwerden zum Arzt
Das Gesundheitsamt betont, dass für die Bevölkerung kein Anlass zur Panik bestehe. Wer jedoch ungewöhnliche Symptome bemerke, solle ärztlichen Rat einholen. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch sei bei Malaria nicht möglich.
Die Hotline des Frankfurter Gesundheitsamts ist unter 069/212-30030 erreichbar.
Ende August waren bereits sechs Malariafälle unter Flughafenmitarbeitern bekannt geworden. Zwei Betroffene starben, einer Anfang Juli und ein weiterer im August.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber