Wirtschaft

Darum zieht Langdock jetzt nach Deutschland

Paukenschlag bei Langdock: Das KI-Start-up kehrt den USA den Rücken – und steckt Millionen in ein deutsches Rechenzentrum.

16.09.2026, 11:13 Uhr

Berliner KI-Start-up Langdock holt Firmensitz zurück nach Deutschland

Das Berliner KI-Unternehmen Langdock verlegt seinen rechtlichen Hauptsitz von den USA wieder nach Deutschland. Nach Informationen des Handelsblatts, das sich auf die Co-Geschäftsführer Lennard Schmidt und Judith Dada beruft, soll die bisherige US-Mutter in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) umgewandelt werden.

Dieser Schritt fällt aus dem Rahmen, weil viele europäische Start-ups ihren Sitz eher in die Vereinigten Staaten verlagern, um leichter an Risikokapital zu kommen. Auch steuerliche Vorteile spielen dort häufig eine Rolle. Bei Langdock gaben jedoch neben strategischen Überlegungen vor allem rechtliche Unsicherheiten den Ausschlag. Dem Bericht zufolge sorgen Gesetze wie der Cloud Act und der Patriot Act, die US-Behörden unter bestimmten Voraussetzungen den Zugriff auf Kundendaten ermöglichen, bei Geschäftskunden zunehmend für Skepsis.

Fokus auf datenschutzkonforme KI

Langdock stellt Unternehmen datenschutzgerechte Zugänge zu Sprach- und Bildmodellen verschiedener KI-Anbieter bereit. Nach Angaben des Unternehmens nutzen bereits mehr als 13.000 Firmen die Plattform, darunter auch große Namen wie Merck und Trumpf. Das Start-up wurde vor drei Jahren gegründet, arbeitet nach eigener Aussage profitabel und kommt inzwischen auf wiederkehrende Jahreseinnahmen von mehr als 50 Millionen Euro.

Pläne für eigene Infrastruktur in Europa

Mit der Rückkehr nach Europa verfolgt das Management ehrgeizige Ziele. Langdock will sich langfristig zu einem europäischen Anbieter für Cloud- und KI-Infrastruktur entwickeln und damit einen Beitrag zur digitalen Unabhängigkeit Europas leisten. Noch im laufenden Jahr soll das erste eigene Rechenzentrum an den Start gehen. Dafür sind Investitionen von 10 bis 15 Millionen Euro vorgesehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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