Bayern

Wiesn-Schock: Maß Bier heute fünfmal teurer als 1985

Abzocke auf der Wiesn? Der Schock beim Bierpreis ist wohl berechtigt – und ein Blick auf die Zahlen macht es noch krasser.

16.09.2026, 10:55 Uhr

Bier auf der Wiesn wird 2024 nur leicht teurer

Die Maß auf dem Münchner Oktoberfest kostet in diesem Jahr im Schnitt 15,61 Euro. Das sind 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr und damit ein vergleichsweise moderater Anstieg. Langfristig zeigt sich jedoch ein ganz anderes Bild: Seit 1985 hat sich der Preis der Maß ungefähr verfünffacht. Nach Einschätzung von Unicredit-Chefökonom Andreas Rees liegt die sogenannte „Wiesnflation“ damit deutlich über der allgemeinen Preisentwicklung in Deutschland.

Anlass für die Einordnung ist der Start des Oktoberfests am Samstag, wenn Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) traditionell das erste Fass ansticht.

Moderate Steigerung im Vergleich zum Vorjahr

Die Bierpreise auf der Wiesn sorgen in München seit vielen Jahren regelmäßig für Diskussionen. Nach Zahlen des Münchner Statistikamts liegt der Durchschnittspreis für eine Maß heuer bei 15,61 Euro. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist das ein überschaubares Plus. Damit fällt die Preissteigerung auf der Wiesn sogar geringer aus als die allgemeine Inflationsrate, die derzeit bei knapp drei Prozent erwartet wird.

Seit 1985 um 400 Prozent gestiegen

Über einen längeren Zeitraum betrachtet bestätigt sich jedoch der Eindruck vieler Festbesucher, dass Bier auf der Wiesn massiv teurer geworden ist. 1985 kostete die Maß, auf Euro umgerechnet, durchschnittlich nur 3,20 Euro. Der heutige Preis liegt also rund 400 Prozent darüber. Zum Vergleich: Die allgemeinen Verbraucherpreise in Deutschland sind seit damals laut Rees lediglich um rund 120 Prozent gestiegen.

Hat die Wiesn ihre Preisgrenze erreicht?

Angesichts des diesmal eher kleinen Aufschlags stellt Rees die Frage, ob inzwischen auch auf dem Oktoberfest ein klassischer wirtschaftlicher Zusammenhang spürbar wird: Steigende Preise können die Nachfrage bremsen. Möglicherweise, so seine Einschätzung, hat die Wiesnflation ihren Höhepunkt bereits überschritten. Ganz sicher sei das aber nicht – auf die nächste Maß würde er darauf eher nicht wetten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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