Mann nach mutmaßlichem Angriff auf Polizisten bei Ismaning in Psychiatrie untergebracht
Ein Autofahrer, der bei Ismaning gezielt einen Polizeibeamten mit seinem Wagen erfasst haben soll, ist vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden. Nach Angaben der Polizei ordnete ein Haftrichter die Unterbringung an. Die Mordkommission ermittelt gegen den Mann wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts.
Der Fahrer blieb bei dem Vorfall unverletzt. Der angefahrene Beamte wurde in ein Krankenhaus gebracht. Er ist laut Polizei derzeit nicht dienstfähig, habe jedoch keine schweren Verletzungen erlitten.
Polizei verfolgt auffälligen Fahrer
Ausgangspunkt war eine Tankstelle in Ismaning im Landkreis München. Dort hatten Polizisten einen Mann beobachtet, der mit seiner rücksichtslosen Fahrweise nicht nur auffiel, sondern auch eine unbeteiligte Frau in Gefahr brachte. Als die Beamten den Autofahrer kontrollieren wollten, raste dieser davon. Die Polizei nahm die Verfolgung auf.
Erst später gelang es den Einsatzkräften, das Fahrzeug anzuhalten. Nach Darstellung der Polizei beschleunigte der Mann dann plötzlich erneut und fuhr einen der Beamten an. Der zweite Polizist gab daraufhin Schüsse auf das Auto ab, um die Flucht zu stoppen. Das Fahrzeug wurde getroffen. Zudem waren nach dem Einsatz zwei Reifen beschädigt. Ob diese durch die Schüsse oder bereits während der Verfolgungsfahrt zerstört wurden, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.
Große Fahndung mit Hubschrauber, Drohne und Hunden
Trotzdem setzte der Mann seine Flucht zunächst mit dem Auto und später zu Fuß fort. Im Rahmen einer großangelegten Suche mit zahlreichen Streifen, einem Hubschrauber, einer Polizeidrohne und Diensthunden wurde er schließlich auf einem Grundstück aufgespürt und festgenommen.
Die Frau, die zuvor durch das Fahrverhalten des Mannes gefährdet worden sein soll, hat sich inzwischen bei der Polizei gemeldet.
Wie in solchen Fällen üblich, wird nun auch geprüft, ob der Schusswaffeneinsatz der Polizei rechtmäßig war.
Hinweise auf psychischen Ausnahmezustand
Schon kurz nach der Festnahme ergaben sich nach Polizeiangaben Hinweise darauf, dass sich der Verdächtige in einer psychischen Ausnahmesituation befunden haben könnte. Der Mann war den Behörden bereits bekannt, vor allem im Zusammenhang mit Gewaltdelikten.
Erst vor wenigen Tagen weiterer Polizeischuss in München
Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage nach einem anderen Schusswaffeneinsatz in München. Am Dienstag war im Stadtteil Schwabing ein 14-Jähriger von einem Polizisten schwer verletzt worden. Der Jugendliche soll auf offener Straße mit einer täuschend echt wirkenden Softair-Pistole hantiert haben.
Zum Ablauf dieses Einsatzes gibt es unterschiedliche Darstellungen. Nach Angaben der Polizei hatten Zivilbeamte den Jungen von hinten angesprochen und ihn aufgefordert, die Waffe fallen zu lassen. Stattdessen habe er sich mit dem mutmaßlichen Gegenstand in der Hand zu den Beamten umgedreht, woraufhin ein Polizist schoss.
Aus dem Umfeld des Jugendlichen hieß es dagegen, der Schüler habe noch gerufen, die Polizei solle nicht schießen, da es sich um eine Spielzeugwaffe handle. Medienberichten zufolge ist der 14-Jährige kurdischer Abstammung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber