Hamburg

Eugen Block scheitert vor Gericht an Enkeln

Sorgerechtsdrama um Christina Block: Vor Gericht geht es um eine brisante Rückholaktion – jetzt mischt auch der Opa mit.

18.09.2026, 14:52 Uhr

Der Unternehmer Eugen Block, Gründer der Steakhauskette Block House, darf seine beiden Enkel in Dänemark vorerst weiter nicht sehen. Ein Familiengericht im süddänischen Sønderborg lehnte seinen Antrag auf ein Umgangsrecht mit dem zwölfjährigen Jungen und dem 15-jährigen Mädchen ab. Das bestätigten übereinstimmend der Vater der Kinder, Stephan Hensel, und ein Sprecher Blocks.

Seit Jahren schwelt zwischen Blocks Tochter Christina Block und ihrem in Dänemark lebenden Ex-Mann Hensel ein erbitterter Sorgerechtsstreit. Auslöser war ein Besuchswochenende Ende August 2021: Danach brachte der Vater die Kinder nicht wie vereinbart zur Mutter nach Hamburg zurück.

Prozess um Entführung in Hamburg

Zusätzliche Brisanz bekam der Fall Anfang 2024. Damals wurden die beiden Kinder nach Deutschland verschleppt, wobei Hensel nach eigenen Angaben von den Entführern niedergeschlagen wurde. Christina Block steht deshalb seit Juli vergangenen Jahres in Hamburg vor Gericht. Die Anklage wirft ihr vor, eine israelische Sicherheitsfirma mit der Entführung beauftragt zu haben. Sie weist die Vorwürfe zurück. Am 5. Januar 2024 ließ sie die Kinder nach einer Entscheidung eines Hamburger Gerichts wieder zu ihrem Ex-Mann bringen.

Nach dieser Rückholaktion entzog ein dänisches Gericht Christina Block im Mai 2025 sowohl das Sorgerecht als auch das Umgangsrecht für ihre beiden jüngeren Kinder. Seitdem darf sie die in Dänemark lebenden Kinder derzeit weder sehen noch kontaktieren. Auch gegen Eugen Block hatte die Hamburger Staatsanwaltschaft nach der Entführung zunächst ermittelt, das Verfahren später aber eingestellt.

Streit um den Kontakt geht weiter

Hensel und seine neue Ehefrau Astrid Have erklärten nach dem Richterspruch, die beiden Kinder hätten schon seit längerer Zeit deutlich gemacht, dass sie keinen Kontakt zu ihrem Großvater wollten. Sie hofften, dass dieser Wunsch nun endlich respektiert werde.

Eugen Block zeigte sich enttäuscht von der Entscheidung. Über einen Sprecher ließ der 86-Jährige erklären, er habe in erster Instanz leider nicht erreicht, dass für die Kinder wieder ein Stück familiäre Normalität einkehren könne. Nach seinen Angaben ist ihm der Kontakt zu seinen Enkelkindern in Dänemark bereits seit fünf Jahren verwehrt.

Block will die Entscheidung nicht akzeptieren und den juristischen Weg in Dänemark weitergehen. Sein Ziel bleibe es, das Familienleben eines Tages wieder gemeinsam mit allen Enkeln gestalten zu können. Das Gericht nannte zunächst keine Gründe für seine Entscheidung.

Ex-Verteidiger als Zeuge geladen

Der Strafprozess gegen Christina Block und sechs Mitangeklagte soll nach einer gut dreiwöchigen Pause am Montag fortgesetzt werden. Für den 75. Verhandlungstag ist ihr früherer Verteidiger Otmar Kury als Zeuge geladen. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin soll er auf Antrag der Verteidigerin eines mitangeklagten Sicherheitsunternehmers aussagen. Christina Block hatte im Prozess erklärt, sie entbinde Kury nicht von seiner Verschwiegenheitspflicht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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