Lizenzpflicht für Influencer auf dem Oktoberfest
Zum Start des Münchner Oktoberfests dürften soziale Netzwerke wieder voll sein mit Bildern von der Wiesn: Fotos im Dirndl vor dem Kettenkarussell, mit der Maß im Festzelt oder ein Panorama vom Riesenrad. Für professionelle Influencer kann solcher Content allerdings teuer werden.
Kommerzielle Inhalte brauchen eine Genehmigung
Nach Angaben der Stadt München ist für Beiträge eine Erlaubnis nötig, wenn damit direkt oder indirekt Geld verdient werden soll — etwa durch Sponsoring, Kooperationen oder Produktplatzierungen. Wie hoch die Lizenzgebühr ausfällt, wird jeweils einzeln entschieden und richtet sich unter anderem nach der Reichweite. Livestreams auf dem Festgelände sind generell verboten.
Dass München seine Marke Oktoberfest schützt, ist nicht neu. Schon bisher war eine Genehmigung erforderlich, wenn mit der Wiesn Geld verdient werden sollte, zum Beispiel bei Dreharbeiten. Auch für den Verkauf von Produkten mit Namen wie „Oktoberfest“ oder „Wiesn“ brauchte es bereits eine Lizenz. Neu ist vor allem die aktuelle Debatte unter Influencern, die über Plattformen wie Instagram ihr Einkommen erzielen.
Cathy Hummels hält klare Regeln für sinnvoll
Influencerin Cathy Hummels begrüßt grundsätzlich, dass die Stadt ihre weltbekannte Marke schützt und klare Vorgaben für die kommerzielle Nutzung macht. Sie steht auch deshalb im Mittelpunkt der Diskussion, weil Veranstaltungen wie ihr jährlich organisierter „Wiesn-Bummel“ mit dazu beigetragen haben, dass München die Regeln für Influencer-Aktivitäten präziser gefasst hat. Inzwischen besitzt Hummels dafür eine entsprechende Lizenz.

Die Debatte zeige ihrer Ansicht nach vor allem, wie wichtig Aufklärung sei. Viele Content-Creator hätten bislang gar nicht genau gewusst, ab wann private Beiträge in den kommerziellen Bereich fallen. Diese Regeln habe sie ihren Followern bereits in einem Instagram-Reel erläutert.
Vorschlag für einen digitalen „Wiesn Content Check“
Grundsätzlich lehnt Hummels die Regelung nicht ab. Ihrer Meinung nach könnte sie aber einfacher, transparenter und digitaler gestaltet werden.
Ihr Vorschlag ist eine App oder Online-Plattform mit einem „Wiesn Content Check“. Dort könnten Creator vorab Fragen zu ihren geplanten Inhalten beantworten, etwa ob eine Kooperation vorliegt, ein Produkt beworben wird oder eine Gewinnerzielungsabsicht besteht. Daraus könnte sich ergeben, ob eine Lizenz erforderlich ist. Falls ja, sollte diese direkt über die Plattform beantragt und bezahlt werden können. Das würde Creatorn schnelle Klarheit verschaffen und der Stadt zugleich einen besseren Überblick über die kommerzielle Nutzung der Marke geben.
Mehr Sichtbarkeit für das Oktoberfest
Nach Einschätzung von Hummels profitiert auch die Stadt von der großen Zahl an Influencer-Beiträgen. Content-Creator sorgten weltweit für Aufmerksamkeit rund um das Oktoberfest. Deshalb sei es wichtig, Markenschutz und moderne Kommunikationsformen sinnvoll miteinander zu verbinden.
Wer den Aufwand scheut, könnte allerdings auf ein anderes Volksfest ausweichen: Beim bald beginnenden Cannstatter Wasen in Stuttgart müssen Influencer für ihre Social-Media-Inhalte in diesem Jahr keine Lizenzgebühr zahlen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber