Bayern

Wiesn-Lizenz: Diese Regeln schocken Influencer

Wiesn-Posts können für Influencer plötzlich teuer werden: Wann eine Lizenz fällig ist – und was hinter dem Wirbel steckt.

18.09.2026, 15:31 Uhr

Lizenzpflicht für Influencer auf der Wiesn sorgt für Diskussionen

Zum Start des Münchner Oktoberfests dürften die sozialen Netzwerke wieder voller Bilder vom Festgelände sein: Fotos im Dirndl vor dem Kettenkarussell, Schnappschüsse mit der Maß im Bierzelt oder Ausblicke vom Riesenrad gehören längst zum Standard. Für professionelle Influencer kann solcher Content jedoch kostspielig werden.

Genehmigung bei kommerzieller Nutzung erforderlich

Nach Angaben der Stadt München braucht jeder eine Erlaubnis, der mit seinen Social-Media-Beiträgen direkt oder indirekt Geld verdient – etwa durch Werbung, Kooperationen, Sponsoring oder Produktplatzierungen. Wie hoch die Lizenzgebühr ausfällt, wird jeweils einzeln entschieden und richtet sich unter anderem nach der Reichweite. Livestreams sind auf dem Oktoberfestgelände zudem nicht erlaubt.

Dass München seine Marke „Oktoberfest“ schützt, ist seit Jahren bekannt. Wer mit dem Namen der Wiesn Geschäfte machen will, benötigt schon länger eine Genehmigung – etwa für Filmaufnahmen oder für den Verkauf von Produkten mit Begriffen wie „Oktoberfest“ oder „Wiesn“. Neu ist vor allem die Debatte darüber, wie diese Regeln auf Influencer und Content Creator angewendet werden.

Cathy Hummels hält klare Vorgaben für sinnvoll

Cathy Hummels, die in der Diskussion eine wichtige Rolle spielt, begrüßt den Schutz der Marke grundsätzlich. Aus ihrer Sicht ist es richtig, dass die Stadt verbindliche Regeln für die kommerzielle Nutzung des Oktoberfests schafft. Ihr regelmäßig organisierter „Wiesn-Bummel“ gilt als einer der Auslöser dafür, dass München die Bestimmungen für Influencer genauer gefasst hat. Inzwischen verfügt Hummels für ihr Format über eine Lizenz.

Influencer beim Oktoberfest
Inzwischen hat die 38-jährige Cathy Hummels eine Lizenz für die Wiesn. (Archivbild) Quelle: Felix Hörhager/dpa

Die 38-Jährige betont, die aktuelle Debatte mache deutlich, wie notwendig bessere Aufklärung sei. Viele Creator hätten bislang gar nicht genau gewusst, ab wann private Beiträge nicht mehr privat, sondern geschäftlich relevant seien. In einem Instagram-Reel erklärte sie ihren Followern deshalb die geltenden Vorgaben.

Wunsch nach einer digitalen Lösung

Grundsätzlich sieht Hummels die Regelung nicht negativ. Ihrer Meinung nach könnte das Verfahren aber einfacher, transparenter und digitaler gestaltet werden.

Als Lösung schlägt sie einen digitalen „Wiesn Content Check“ vor – etwa als App oder Online-Plattform. Dort könnten Creator vorab Fragen zu ihren geplanten Inhalten beantworten: Geht es um eine Kooperation? Wird ein Produkt beworben? Besteht eine Gewinnerzielungsabsicht? Auf dieser Basis ließe sich schnell feststellen, ob eine Lizenz nötig sein könnte. Falls ja, sollte diese nach ihrer Vorstellung direkt online beantragt und bezahlt werden können.

Dadurch hätten Influencer rasch Klarheit, während die Stadt besser nachvollziehen könnte, wie ihre Marke wirtschaftlich genutzt wird. Gleichzeitig verweist Hummels darauf, dass die vielen Beiträge im Netz auch Vorteile für München hätten: Influencer sorgten maßgeblich dafür, dass das Oktoberfest weltweit sichtbar bleibe.

In Stuttgart gilt eine andere Regelung

Wer sich den Aufwand sparen möchte, kann stattdessen einen Blick nach Baden-Württemberg werfen. Beim bald beginnenden Cannstatter Wasen in Stuttgart müssen Influencer in diesem Jahr für Social-Media-Inhalte keine Lizenzgebühr zahlen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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