Fußball

Schmerz und Rätsel: Was passiert jetzt in Freiburg?

Nach dem Final-K.o. droht Freiburg der nächste Schock: Schlüsselspieler könnten gehen – eine Entscheidung fällt wohl bald.

21.05.2026, 12:39 Uhr

Die Enttäuschung über das klare 0:3 des SC Freiburg im Europa-League-Finale gegen Aston Villa saß tief, doch nach und nach wich der erste Schmerz. Selbst Trainer Julian Schuster, der die Niederlage in Istanbul sichtlich mitgenommen hatte, fand später wieder ein Lächeln. Bei einer Feier im Club Oligark ließ die Freiburger Delegation ihre außergewöhnliche Europapokal-Saison bis in die frühen Morgenstunden ausklingen. Trotzdem blieb die bittere Erinnerung an den schwachen Auftritt im größten Spiel der Vereinsgeschichte präsent.

Sportvorstand Jochen Saier betonte nach der Rückkehr, dass erst mit etwas Abstand wirklich bewusst werde, wie besonders diese Spielzeit gewesen sei. Glückwünsche gab es unter anderem von Bundestrainer Julian Nagelsmann und der Deutschen Fußball-Liga, die den Freiburger Weg in Europa würdigten. Der ersehnte erste große Titel blieb dem Verein jedoch erneut verwehrt.

Abwehrchef Matthias Ginter sprach von einer sehr schmerzhaften Niederlage. Der Pokalsieg wäre für die Mannschaft die Krönung einer starken Saison gewesen. Wahrscheinlich, so seine Einschätzung, werde der Stolz auf das Erreichte erst später richtig überwiegen.

Wichtige Entscheidungen stehen an

Während der Feier in Istanbul musste die Freiburger Gruppe wegen Regens zeitweise unter Schirme und in überdachte Bereiche ausweichen – ein Bild, das durchaus zum verpatzten Endspiel passte. Unabhängig davon richten sich die Blicke nun bereits auf die Zukunft. Denn beim Sport-Club könnten in den kommenden Wochen einige Personalien Bewegung bringen.

SC Freiburg - Aston Villa
Sichtlich gezeichnet von der Finalniederlage: Abwehrchef Matthias Ginter. Quelle: Robert Michael/dpa

Im Fokus stehen dabei unter anderem Torhüter Noah Atubolu und Mittelfeldspieler Johan Manzambi. Zudem stellt sich die Frage, wie sich die Teilnahme an der Conference League statt an der Champions League auf Vertragsgespräche und Wechselgedanken auswirkt. In Freiburg gehört es seit Jahren dazu, dass Leistungsträger Begehrlichkeiten wecken. Umso wichtiger wird es für die Verantwortlichen, mögliche Abgänge aufzufangen und Schlüsselrollen neu zu besetzen.

Lösung auf der Torwartposition offenbar nahe

Vor allem auf der Torhüterposition könnte es bald Klarheit geben. Ein Wechsel von Noah Atubolu scheint denkbar. Als möglicher Nachfolger steht offenbar Mio Backhaus bereit. Medienberichten zufolge soll sich Freiburg mit dem U21-Nationalkeeper von Werder Bremen bereits einig sein. Im Raum steht eine Grundablöse von 15 Millionen Euro.

Direkt nach dem Finale wollte Julian Schuster auf Fragen zu Atubolus Zukunft noch nicht näher eingehen. Er betonte lediglich, dass der Keeper eine überragende Saison gespielt und sich deutlich weiterentwickelt habe. Gespräche über die weitere Planung sollen in den nächsten Tagen folgen. Auch eine offizielle Bestätigung im Fall Backhaus wird zeitnah erwartet.

Conference League nur begrenzter Trost

Auch bei Johan Manzambi gilt ein Abschied inzwischen nicht mehr als unwahrscheinlich. Der Schweizer Nationalspieler kann sich bei der anstehenden WM in den USA, Kanada und Mexiko weiter in den Vordergrund spielen. Dass Freiburg statt in der Champions League nun nur in der Conference League vertreten ist, könnte mögliche Wechselüberlegungen zusätzlich verstärken.

Wie schon im Vorjahr verpasste der SC die Königsklasse denkbar knapp – erneut fehlte am Ende nur ein Sieg. Bevor die Breisgauer in der Conference League starten können, müssen sie zunächst die Playoffs erfolgreich überstehen.

Neues Ziel: Istanbul 2027?

Der drittklassige Europapokal bietet sportlich wie finanziell deutlich weniger Glanz. Statt möglicher Duelle mit Topclubs wie Barcelona, Arsenal oder Paris Saint-Germain warten eher weniger prominente Gegner. Dennoch sieht Julian Schuster in der internationalen Teilnahme eine neue Chance und einen starken Anreiz für die Mannschaft.

Er hob hervor, wie bemerkenswert Platz sieben in der Bundesliga erneut sei. Für Freiburg sei das zugleich Motivation und Ausblick auf die nächste Aufgabe. Die Conference-League-Trophäe wird 2027 in Istanbul vergeben – vielleicht ein neues Fernziel für den SC Freiburg, sobald die Enttäuschung über das verlorene Finale endgültig verarbeitet ist.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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