US-Präsident Donald Trump hat in den sozialen Medien ein Video weiterverbreitet, das den tödlichen Angriff eines Tigers auf einen Mann in einem englischen Zoo zeigen soll. Zusätzlich stellte er auf seiner Plattform Truth Social einen KI-generierten Clip ein, in dem er in einer ähnlich inszenierten Szene einem Tiger entgegentritt. Die Familie des Opfers sprach laut der Nachrichtenagentur PA von „zutiefst anstößigen Medieninhalten“, die ihr erheblichen seelischen Schmerz bereiteten. Zuvor hatte die zuständige Polizei darum gebeten, die Aufnahmen nicht weiter zu verbreiten.
Der 23-Jährige war am Samstag aus bislang ungeklärten Gründen in das Gehege des Tieres gelangt. Nach Angaben der Polizei in South Yorkshire erlitt er dabei schwere Verletzungen und starb trotz des Einsatzes der Rettungskräfte noch im Yorkshire Wildlife Park. Seine Angehörigen beschrieben ihn als „intelligenten, warmherzigen und charismatischen jungen Mann“. Zugleich verwiesen sie auf eine seit Jahren bestehende schwere psychische Erkrankung.
Trump kommentierte das Video mit den Worten: „Leg dich niemals mit der Natur an!“ Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie sich der Tiger dem Mann nähert und ihn angreift. Der mit Künstlicher Intelligenz erstellte Clip des US-Präsidenten ist mit dem Lied „The Lion Sleeps Tonight“ unterlegt und endet damit, dass Trump das Tier umarmt. Auf Truth Social folgen ihm mehr als 13 Millionen Nutzerkonten.
Untersuchung startet am Donnerstag
Die Familie erklärte, sie sei von dem Verlust tief erschüttert und ringe noch immer mit dem Geschehenen. Sie bat darum, die Veröffentlichung und Verbreitung solcher Inhalte in dieser besonders verletzlichen Zeit zu unterlassen. Zugleich äußerten die Angehörigen die Hoffnung, dass die zuständigen Behörden umfassend klären werden, warum ihr Sohn so gehandelt habe.
Die Untersuchung des Vorfalls soll am Donnerstagmorgen eröffnet werden. Dabei soll unter anderem geprüft werden, ob stark wirksame Medikamente, die dem 23-Jährigen verschrieben worden waren, eine Rolle gespielt haben könnten. Der Tiger blieb unverletzt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber