Bayern

Ferienstart in Bayern: Was Reisende jetzt wissen müssen

Stau, volle Züge, lange Schlangen: Diese Urlaubstricks können Ihnen das Ferienchaos auf dem Weg in den Sommerurlaub ersparen.

31.07.2026, 04:00 Uhr

Zum Ferienstart in Bayern: Volle Straßen, Züge und Flughäfen erwartet

Mit dem Unterrichtsende an diesem Freitag starten in Bayern die Sommerferien – und damit die intensivste Reisephase des Jahres. Rund 1,8 Millionen Schülerinnen und Schüler haben frei, zugleich machen sich viele Familien und weitere Urlauber auf den Weg. Ob Auto, Bahn oder Flugzeug: Wer verreist, muss in den kommenden Wochen mit starkem Andrang rechnen. Einige Hinweise können die Reise jedoch erleichtern.

Viel Verkehr auf den Autobahnen

Nach Einschätzung des ADAC dürfte es auf Bayerns Fernstraßen bereits ab heute deutlich voller werden. Besonders Geduld brauchen demnach Reisende, die zu Ferienbeginn aus Bayern in Richtung Süden unterwegs sind.

Wer über den Fernpass in Tirol fahren möchte, sollte den Samstag, 1. August, möglichst meiden. Dort ist wegen einer Demonstration zwischen 9.45 und 12.00 Uhr eine komplette Sperrung angekündigt. ADAC und Polizei gehen davon aus, dass an diesem Tag auch Ausweichstrecken schnell überlastet sein werden. Wer Staus vermeiden möchte, kommt laut ADAC kaum darum herum, das erste Ferienwochenende abzuwarten.

Als besonders staugefährdet gelten in Bayern unter anderem diese Strecken:

  • A3 zwischen Regensburg und Passau
  • A7 von Ulm Richtung Füssen und Reutte
  • A8 zwischen München und Salzburg
  • A93 vom Inntaldreieck bei Rosenheim bis Kufstein
  • A95 von München nach Garmisch-Partenkirchen
  • A99 im Großraum München

Hinzu kommen Baustellen, etwa an der Luegbrücke auf der Brennerautobahn, die die Lage weiter verschärfen können. Der ADAC rät deshalb zu ausreichend Getränken und Verpflegung im Auto sowie zu regelmäßigen Pausen. Wichtig sei außerdem, bei sommerlicher Hitze weder Kinder noch Tiere im Fahrzeug zurückzulassen.

Flughafen München bei Nacht
Am Flughafen München werden in den Sommerferien über sechs Millionen Reisende erwartet. (Archivbild) Quelle: Felix Hörhager/dpa

Auch am zweiten Ferienwochenende rund um Mariä Himmelfahrt wird erneut mit sehr viel Verkehr gerechnet.

Hohe Auslastung bei der Bahn

Zum Ferienbeginn sind laut Deutscher Bahn vor allem Verbindungen zwischen großen Städten wie München und Berlin oder Frankfurt und Köln stark gefragt. Auch Züge in klassische Urlaubsregionen an Nord- und Ostsee sowie in den Alpenraum dürften voller sein als üblich – insbesondere zum Start und Ende der Ferien sowie an Wochenenden.

Die Bahn empfiehlt deshalb, sich möglichst früh einen Sitzplatz zu reservieren.

Wer am Bahnhof wissen möchte, wo sein Wagen hält oder ob sich die Abfahrt verändert, sollte die App DB Navigator nutzen. Dort lässt sich unter „Optionen“ auch eine längere Umstiegszeit einstellen, falls mehr Zeit zum Wechseln benötigt wird.

Einschränkungen durch Baustellen bleiben allerdings nicht aus: Auf der Strecke München–Nürnberg–Berlin fallen in den Ferien wegen Brückenarbeiten im Raum Erfurt einzelne Züge aus. Zudem ist die Verbindung Regensburg–Passau wegen einer Generalsanierung bis Dezember gesperrt.

Zwischen Regensburg und Nürnberg sollen zwar pünktlich zum Ferienstart wieder Züge fahren – allerdings erst ab dem Abend des Freitags, 31. Juli. Wer direkt nach Schulschluss los möchte, muss zunächst noch auf Ersatzbusse ausweichen.

Millionen Fluggäste in Bayern

An den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen werden in den Sommerferien zusammen mehr als sieben Millionen Reisende erwartet.

Besonders beliebt bleiben Ziele am Mittelmeer. Vom Flughafen München aus sind vor allem Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland und die Türkei gefragt. Dorthin sind nach Angaben des Airports rund 15.700 Starts geplant – mehr als ein Drittel aller in den Ferien angemeldeten Flüge.

In Nürnberg rechnet man zum Ferienauftakt am Montag, 3. August, sowie an den letzten beiden Ferienwochenenden am 7. und 14. September mit dem größten Andrang. Für diese Tage werden jeweils rund 20.000 Passagiere erwartet.

Dort könnten die Kontrollen dennoch schneller ablaufen: Dank neuer CT-Scanner müssen Flüssigkeiten und elektronische Geräte nicht mehr aus dem Handgepäck genommen werden. In München sind diese Scanner noch nicht an allen Kontrollstellen verfügbar. Reisenden wird empfohlen, bereits vor der Anreise online einzuchecken, um Zeit zu sparen.

Der Flughafen Memmingen rät dazu, zwei bis drei Stunden vor dem Abflug vor Ort zu sein. Bei Reisen in Nicht-Schengen-Staaten sollte wegen des neuen Ein- und Ausreisesystems der EU zusätzliche Zeit eingeplant werden.

Früher in den Urlaub? Schulschwänzen kann teuer werden

Wer aus Vorfreude oder aus Kostengründen darüber nachdenkt, schon vor Ferienbeginn zu verreisen und dafür die Schule ausfallen zu lassen, geht ein Risiko ein. Die bayerische Polizei kontrolliert an Flughäfen immer wieder, ob die Schulpflicht eingehalten wird, und fragt bei Bedarf auch direkt nach. Bei Verstößen können Bußgelder fällig werden.

Kultusministerin Anna Stolz wünschte Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern eine erholsame Ferienzeit. Sie betonte, dass alle stolz auf das im Schuljahr Erreichte sein könnten, und rief dazu auf, nun Ruhe zu finden, neue Kraft zu sammeln und die freien Tage zu genießen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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