Nach der mutmaßlichen Gewalttat an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau hat Bürgermeister Thomas Schleich den Betroffenen Unterstützung zugesichert. Er sprach von einem "schwarzen Tag für Schongau" und kündigte an, dass das Rathaus für Menschen ansprechbar sein werde, die Hilfe oder Orientierung benötigen.
Nach Angaben Schleis könnten dort unter anderem Kontakte zu Unterstützungsangeboten vermittelt werden, falls Betreuungsbedarf bestehe. Jetzt komme es darauf an, gemeinsam das Geschehene aufzuarbeiten und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Bei einer Messerattacke waren am Vortag zwei 13-jährige Mädchen schwer verletzt worden. Als mutmaßlicher Täter gilt ein 16-Jähriger. Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar.
Unterricht vorerst nicht im Mittelpunkt
Der Bürgermeister begrüßte es, dass die Schule am Tag nach dem Vorfall wieder geöffnet war. Bei seinem Besuch vor Ort sagte er, dies könne den Schülerinnen und Schülern helfen, in der Gemeinschaft ihrer Klassen und mit Unterstützung der Lehrkräfte schrittweise in den Alltag zurückzufinden. Entscheidend sei nun vor allem, dass Raum für Gespräche geschaffen werde. Der reguläre Unterricht spiele in dieser Woche deshalb eher eine untergeordnete Rolle.
Wie ein Sprecher des zuständigen Landratsamts mitteilte, stehen Kriseninterventionsteams an der Schule bereit. Sie sollen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte bei der Verarbeitung der Ereignisse vom Mittwoch unterstützen.
Schleich zeigte sich persönlich tief betroffen. Eine solche Tat treffe einen bis ins Innerste, sagte er. Zugleich verwies er darauf, dass ihn der Vorfall auch als Vater bewege: Er habe drei Kinder, zwei davon besuchten ebenfalls diese Schule.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber