Bayern

Warum Tausende Bayern ihren Eintrag änderten

Neues Gesetz, überraschender Effekt: So viele Menschen in Bayern änderten seitdem ihren Geschlechtseintrag.

09.07.2026, 10:20 Uhr

Mehr als 3.500 Änderungen des Geschlechtseintrags in Bayern seit neuem Gesetz

Rund eineinhalb Jahre nach Einführung des Selbstbestimmungsgesetzes haben in Bayern mehr als 3.500 Menschen ihren Geschlechtseintrag ändern lassen. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik in Fürth zog die Zahl besonders in den letzten beiden Monaten des Jahres 2024 stark an: Allein im November und Dezember wurden 1.570 Fälle erfasst. Im gesamten übrigen Jahr waren es 1.632.

Im Jahr 2025 zunächst hoch, dann deutlich schwächer

Für 2025 meldete das Landesamt insgesamt 2.021 Änderungen. Im Verlauf des Jahres ging die Zahl jedoch spürbar zurück. Während im ersten Quartal noch 848 Personen ihren Eintrag ändern ließen, wurden im vierten Quartal nur noch 260 Fälle registriert.

Von den im vergangenen Jahr erfassten Änderungen entfielen 856 Fälle auf einen Wechsel von weiblich zu männlich, was 42,4 Prozent entspricht. 584 Personen änderten ihren Eintrag von männlich zu weiblich, also 28,9 Prozent. Weitere 581 Fälle oder 28,7 Prozent betrafen andere Änderungen, etwa von weiblich zu divers.

Neues Gesetz vereinfacht das Verfahren

Seit dem Inkrafttreten des Selbstbestimmungsgesetzes können Betroffene ihren Geschlechtseintrag und ihre Vornamen vergleichsweise unkompliziert durch eine Erklärung beim Standesamt ändern lassen. Voraussetzung ist eine Anmeldung drei Monate im Voraus.

Zuvor galt in Deutschland das Transsexuellengesetz. Dieses sah über Jahrzehnte hinweg ein aufwendiges und teures Verfahren mit Gutachten und gerichtlichen Entscheidungen vor. Änderungen waren damit zwar auch schon vor dem 1. November 2024 möglich, aber deutlich schwieriger umzusetzen.

Früher nur etwa 300 Verfahren jährlich

Nach Angaben des Statistikamts wurden in den zehn Jahren vor der Reform in Bayern im Schnitt rund 300 entsprechende Verfahren pro Jahr durchgeführt. Wie diese Verfahren im Einzelnen ausgingen, wurde statistisch nicht festgehalten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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