Wirtschaft

Kaum noch Lust auf Funkloch-Tests?

Weniger Funklöcher, mehr Empfang? Genau das sollte diese Aktionswoche bringen – doch erstaunlich wenige machten überhaupt mit.

09.07.2026, 10:59 Uhr

Deutlich weniger Teilnehmer bei der Mobilfunk-Messwoche

An der diesjährigen Mobilfunk-Messwoche haben sich erheblich weniger Menschen beteiligt als noch im Vorjahr. Nach Angaben der Bundesnetzagentur nutzten diesmal etwas mehr als 60.000 Personen die App und sammelten dabei knapp 20 Millionen Messpunkte. Im vergangenen Jahr waren es noch über 150.000 Nutzer mit insgesamt 146 Millionen Messungen.

Die Aktionswoche fand Ende Juni statt. Teilnehmer setzten dabei die App Mobilfunk-Check ein, um die tatsächliche Netzqualität direkt vor Ort zu erfassen. Die gesammelten Daten sollen helfen, Funklöcher und Gebiete mit sehr langsamer Datenübertragung genauer zu identifizieren, damit Netzbetreiber gezielter nachbessern können. Wer sich über die Verbindungsqualität an einem bestimmten Ort informieren möchte, kann dies über Breitbandmessung.de tun.

Ziel nur teilweise erreicht

Mit der Mobilfunk-Messwoche sollte die App stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken und zugleich mehr Messdaten liefern. Dieses Ziel wurde allerdings nur teilweise erreicht. Ein Vergleich mit dem Vorjahr zeigt, dass das Interesse deutlich geringer ausfiel. Damals handelte es sich um die erste bundesweite Mobilfunk-Messwoche, was vermutlich zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugte.

Trotz des Rückgangs lag die Nutzung während der Aktionswoche immer noch klar über dem normalen Niveau: In den Wochen zuvor waren jeweils nur rund zwei Millionen Messpunkte erfasst worden.

Mögliche Gründe für das gesunkene Interesse

Für die deutlich geringere Beteiligung kommen mehrere Ursachen infrage. So hatten in einigen Bundesländern bereits die Sommerferien begonnen, weshalb viele Menschen verreist gewesen sein dürften. Hinzu kam die große Hitze, die womöglich manche davon abhielt, draußen unterwegs Netztests durchzuführen.

5G-Sendemast
5G-Antennen am Düsseldorfer Rheinufer – da dürfte die Verbindung ziemlich gut sein. Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa

Ein weiterer möglicher Faktor: Die Mobilfunkversorgung in Deutschland verbessert sich Schritt für Schritt. Wenn die Verbindungen zuverlässiger werden, sinkt möglicherweise auch der Frust über schlechten Empfang – und damit die Motivation, gezielt nach Funklöchern zu suchen.

Versorgungslage laut Bundesnetzagentur

Nach Angaben der Bundesnetzagentur gibt es in Deutschland auf 0,22 Prozent der Fläche noch echte Funklöcher. Dort ist also keines der drei etablierten Mobilfunknetze von Telekom, Vodafone und O2 selbst im einfachen 2G-Standard verfügbar.

Kein 4G-Empfang besteht demnach auf 2,21 Prozent der Fläche. Diese Zahlen stammen aus dem Dezember 2025. Die Netzbetreiber betonen zudem, dass sie auch eigene Messungen durchführen, um die Qualität der Datenübertragung weiter zu verbessern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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