Nach Zugunfall in Bayreuth: Anklage gegen 65-jährigen Triebwagenführer
Rund fünf Monate nach dem Zusammenstoß zweier Regionalzüge im Hauptbahnhof Bayreuth hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 65 Jahre alten Triebwagenführer erhoben. Wie die Behörde mitteilte, werden ihm ein vorsätzlicher gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr sowie fahrlässige Körperverletzung in fünf Fällen zur Last gelegt. Ob es zum Prozess kommt, muss nun das Amtsgericht Bayreuth entscheiden.
Sechs Verletzte bei Kollision
Der Unfall hatte sich am Abend des 11. März gegen 18.34 Uhr ereignet. Im Bayreuther Hauptbahnhof prallten ein leerer Zug bei einer Rangierfahrt und ein entgegenkommender Regionalzug zusammen. In dem Zug aus Bad Steben im Landkreis Hof befanden sich 13 Fahrgäste sowie der Lokführer. Im anderen Zug saß lediglich der nun angeklagte 65-Jährige.
Bei dem Zusammenstoß wurden insgesamt sechs Menschen verletzt: fünf Fahrgäste aus dem Zug aus Bad Steben und der beschuldigte Triebwagenführer selbst. Beide beteiligten Züge gehören dem Unternehmen Agilis.
Vorwurf: Trotz fehlender Freigabe weitergefahren
Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft wollte der Mann den Zug Agilis 84613 von Coburg nach Bayreuth von Gleis 5 in südlicher Richtung in Bewegung setzen. Obwohl keine freie Fahrt vorgelegen habe, soll er die Fahrt unter Missachtung mehrerer Sicherungsvorgaben fortgesetzt haben. In der Folge stieß der Zug mit dem Gegenzug Agilis 84576 zusammen.
Der entstandene Sachschaden an den beiden Triebwagen liegt laut Anklage im siebenstelligen Bereich.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber