Bayern

Nach Raubüberfall: Kinder bringen Verdächtige zu Fall

Rätsel um Markt-Überfall von 2022 gelöst? Zwei Verdächtige sitzen in U-Haft – ausgerechnet Kinder brachten Ermittler voran.

13.08.2026, 14:23 Uhr

Nach Überfall auf Markt in Nittendorf: Zwei Verdächtige festgenommen

Mehr als vier Jahre nach einem bewaffneten Raub auf einen Verbrauchermarkt in Nittendorf im Landkreis Regensburg haben Ermittler zwei mutmaßlich Beteiligte gefasst. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft waren vor allem die Aussagen zweier Kinder für den Fortgang der Ermittlungen von großer Bedeutung.

Die damals zehn und zwölf Jahre alten Zeugen konnten den Täter demnach sehr genau beschreiben. Außerdem erinnerten sie sich teilweise an das Kennzeichen des Fluchtwagens und berichteten auch über den Ablauf der Tat vor dem Markt.

Angestellte zur Öffnung des Tresors gezwungen

Nach bisherigen Erkenntnissen soll sich der Verdächtige im Juli 2022 am Abend in dem Geschäft versteckt beziehungsweise einschließen lassen haben. In einem Büroraum bedrohte er laut Ermittlern zwei Beschäftigte mit einer Waffe und zwang sie dazu, den Tresor zu öffnen und ihm Bargeld zu übergeben.

Anschließend soll der Mann mit einem Betrag im niedrigen fünfstelligen Bereich geflohen sein. Während der Flucht habe er mehrere Schüsse abgegeben. Bei der Waffe handelte es sich den Ermittlungen zufolge wahrscheinlich um eine Schreckschusspistole.

Die Suche nach dem Täter und dem Fluchtfahrzeug verlief zunächst ohne Erfolg, auch über Deutschland hinaus. Selbst ein Hinweis nach der Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ im Mai 2024 brachte keinen entscheidenden Durchbruch.

Fahrerin des Fluchtwagens ermittelt

Im weiteren Verlauf verdichtete sich laut Polizei der Verdacht, dass der Täter über internes Wissen verfügt haben könnte. So soll eine Mitarbeiterin des Marktes am Tag der Tat mit einer damals noch unbekannten Person telefoniert haben. Daraufhin ließ die Staatsanwaltschaft mehrere Durchsuchungen anordnen.

Anfang August stellten die Ermittler dabei mehrere Handys sicher. Deren Auswertung brachte neue Hinweise zum Tatgeschehen und zu möglichen Beteiligten. Unter anderem konnte so die mutmaßliche Fahrerin des Fluchtwagens identifiziert werden, die zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt gewesen sein soll. Sie wurde inzwischen vernommen.

23-Jähriger stellt sich der Polizei

Auf Basis der neuen Erkenntnisse beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen zwei Verdächtige sowie weitere Durchsuchungsmaßnahmen. Bereits in der vergangenen Woche wurde eine 34-jährige Frau festgenommen, die in dem Markt beschäftigt war. Sie sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Nach dem 23 Jahre alten mutmaßlichen Haupttäter wurde zunächst öffentlich gefahndet. Kurz darauf stellte er sich mit anwaltlicher Unterstützung bei der Polizei. Auch er kam in Untersuchungshaft. Gegen ihn steht der Vorwurf der besonders schweren räuberischen Erpressung im Raum.

Die mutmaßliche Tatwaffe ist nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft weiterhin verschwunden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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