Nach Überfall auf Markt in Nittendorf: Zwei Tatverdächtige festgenommen
Mehr als vier Jahre nach einem bewaffneten Überfall auf einen Verbrauchermarkt in Nittendorf im Landkreis Regensburg haben Ermittler zwei mutmaßlich Beteiligte gefasst. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft spielten vor allem die Aussagen zweier Kinder eine wichtige Rolle für den Fortgang der Ermittlungen.
Die damals zehn und zwölf Jahre alten Zeugen konnten den Täter demnach sehr genau beschreiben. Außerdem erinnerten sie sich teilweise an das Kennzeichen des Fluchtwagens und schilderten auch den Ablauf der Tat vor dem Markt.
Mitarbeiter mussten Tresor aufbrechen
Nach bisherigen Erkenntnissen soll sich der Verdächtige im Juli 2022 am Abend in dem Geschäft versteckt beziehungsweise einschließen lassen haben. In einem Büroraum bedrohte er laut Ermittlern zwei Beschäftigte mit einer Schusswaffe und zwang sie dazu, den Tresor aufzubrechen und ihm Bargeld zu übergeben.
Anschließend soll der Mann mit einer Summe im niedrigen fünfstelligen Bereich geflohen sein. Während der Flucht habe er mehrere Schüsse abgegeben. Bei der Waffe handelte es sich den Ermittlungen zufolge vermutlich um eine Schreckschusswaffe.
Die Suche nach dem Täter und dem Fluchtfahrzeug verlief zunächst ohne Erfolg, auch im europäischen Ausland. Selbst ein Hinweis nach der Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ im Mai 2024 führte nicht zur Identifizierung des Täters.
Fahrerin des Fluchtfahrzeugs identifiziert
Im weiteren Verlauf verdichtete sich laut Polizei und Staatsanwaltschaft der Verdacht, dass der Täter über internes Wissen verfügt haben könnte. So soll eine Mitarbeiterin des Marktes am Tag der Tat mit einer damals noch unbekannten Person telefoniert haben. Daraufhin ließ die Staatsanwaltschaft mehrere Durchsuchungen anordnen.
Anfang August stellten die Ermittler dabei mehrere Mobiltelefone sicher. Deren Auswertung brachte neue Hinweise zum Tatablauf und zu möglichen Beteiligten. Unter anderem konnte so die mutmaßliche Fahrerin des Fluchtwagens identifiziert werden, die zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt gewesen sein soll. Sie wurde inzwischen vernommen.
Mutmaßlicher Täter stellt sich
Auf Basis der neuen Erkenntnisse beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen zwei Verdächtige sowie weitere Durchsuchungsmaßnahmen. Bereits in der vergangenen Woche wurde eine 34-jährige Frau festgenommen, die in dem Markt beschäftigt war. Sie sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
Nach dem 23 Jahre alten mutmaßlichen Haupttäter wurde zunächst öffentlich gefahndet. Kurz darauf stellte er sich mit Unterstützung eines Rechtsanwalts bei der Polizei. Auch er kam in Untersuchungshaft. Gegen ihn steht der Vorwurf der besonders schweren räuberischen Erpressung im Raum.
Die mutmaßliche Tatwaffe ist nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft weiterhin verschwunden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber