Entgegen früheren Befürchtungen sollen im bayerischen Schienennahverkehr ab 2028 keine Verbindungen gestrichen werden. Nach Angaben an die Bundesnetzagentur ist nun sogar ein größeres Angebot vorgesehen als zunächst angekündigt.
Zeitweise hatte DB InfraGO erwogen, den Regionalverkehr auf der Strecke München–Augsburg in den Hauptverkehrszeiten deutlich zu reduzieren. Von diesen Überlegungen nimmt das Unternehmen nach Angaben des bayerischen Verkehrsministeriums inzwischen Abstand.
Erleichterung bei Politik und Fahrgästen
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) begrüßte die Kehrtwende. Kürzungen in diesem Ausmaß wären aus seiner Sicht gerade auf stark frequentierten Strecken im Großraum München nicht vermittelbar gewesen. Das Schienennetz sei überwiegend in öffentlicher Hand und müsse daher im Interesse der Allgemeinheit optimal genutzt werden. Zudem verwies er darauf, dass der Großteil der Bahnreisenden im Nahverkehr unterwegs sei. Die früheren Pläne hätten bei Fahrgästen und Kommunen für große Verunsicherung gesorgt.
Auch die Grünen im Landtag sehen in der Entscheidung ein wichtiges Signal. Neben dem politischen Druck habe wohl auch eine Petition mit mehr als 5.000 Unterschriften zur Kursänderung beigetragen. Die Grünen-Abgeordnete Stephanie Schuhknecht sprach von einer guten Nachricht für die vielen Pendlerinnen und Pendler zwischen Augsburg und München, die auf ein verlässliches Angebot angewiesen seien.
Weniger Regionalzüge waren bereits eingeplant
Nach den früheren Planungen sollten ab 2028 täglich zwölf Regionalzüge auf der Verbindung Augsburg–München entfallen. In den Stoßzeiten hätte das bedeutet, dass statt drei bis vier nur noch zwei Regionalzüge pro Stunde gefahren wären. Gleichzeitig war vorgesehen, zusätzlichen Platz für 19 weitere Fernverkehrszüge zu schaffen.
Für viele Berufspendler wäre das problematisch gewesen, weil im Fernverkehr das Deutschlandticket nicht gilt. Damit hätte sich das Angebot für zahlreiche Reisende spürbar verschlechtert.
Forderung nach langfristiger Absicherung
Die Grünen verlangen nun, dass die Bahn die Verbindungen nicht nur vorerst, sondern dauerhaft sichert. Da die Strecke schon heute stark ausgelastet sei und in den kommenden Jahren mit weiter steigenden Fahrgastzahlen gerechnet werde, müsse die Kapazität auf der Schiene ausgebaut werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber