Bundesbehörden haben nach Berichten mehrerer US-Medien das Haus der demokratischen Kongressabgeordneten Ilhan Omar im Raum Washington durchsucht. Darüber berichteten unter anderem Fox News und NBC News unter Berufung auf informierte Kreise. Demnach vollstreckten Beamte einer Einheit des Heimatschutzministeriums einen richterlich genehmigten Durchsuchungsbefehl, der vom Justizministerium erwirkt worden sei. Die Maßnahme stehe im Zusammenhang mit laufenden bundesrechtlichen Ermittlungen.
Laut NBC News ging aus der Stellungnahme jedoch nicht hervor, dass sich der Durchsuchungsbefehl direkt gegen Omar richtet. Auch zu den konkreten Vorwürfen machten die Behörden demnach keine weiteren Angaben. Fox News beruft sich auf zwei mit dem Fall vertraute Quellen, wonach die Durchsuchung Teil einer Betrugsermittlung sei, die mit Einwanderungsunterlagen der in Somalia geborenen Politikerin in Verbindung stehe. ABC News berichtete laut Artikel von ähnlichen Informationen.
Omar seit Langem Ziel politischer Angriffe
Omar war in den vergangenen Jahren immer wieder Gegenstand heftiger Attacken von Donald Trump. Der frühere US-Präsident spielte dabei mehrfach auf ihre somalische Herkunft an und forderte die US-Bürgerin wiederholt auf, nach Somalia „zurückzugehen“.
NBC News hebt außerdem den Zeitpunkt der Durchsuchung hervor: Sie erfolgte nur drei Wochen vor einer wichtigen Kongresswahl, bei der Omar in ihrem Wahlkreis im Bundesstaat Minnesota erneut kandidiert. Der Sender verweist darauf, dass das US-Justizministerium bei Maßnahmen kurz vor Wahlen traditionell besondere Zurückhaltung walten lässt, um nicht den Eindruck politischer Einflussnahme zu erwecken. Zwar sind Schritte innerhalb der letzten zwei Monate vor einer Wahl nicht grundsätzlich untersagt, sie gelten jedoch seit Langem als heikel.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber