Bayern

Mahle-Belegschaft votiert für Streik ohne Ende

Mahle macht dicht – und jetzt legen die Beschäftigten alles lahm: Ab Dienstag steht das Werk in Neustadt still.

21.05.2026, 20:34 Uhr

Beschäftigte bei Mahle in Neustadt stimmen für unbefristeten Streik

Die Belegschaft des Autozulieferers Mahle im niederbayerischen Neustadt an der Donau hat sich in einer Urabstimmung klar für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Nach Angaben der IG Metall votierten 98,4 Prozent der teilnehmenden, stimmberechtigten Gewerkschaftsmitglieder dafür. Nein-Stimmen habe es keine gegeben. Der Ausstand soll am Dienstag, 26. Mai, um 14.15 Uhr mit einer Kundgebung starten. Mahle äußerte sich dazu auf Anfrage nicht.

Hintergrund des Arbeitskampfes ist die geplante Schließung des Werks in der ersten Hälfte des Jahres 2027. An dem Standort sind nach Gewerkschaftsangaben mehr als 400 Menschen beschäftigt. Die IG Metall verlangt für sie entweder einen Zukunftstarifvertrag oder einen Sozialtarifvertrag.

Die Gewerkschaft lehnt die Stilllegung entschieden ab und kündigt Widerstand an. Man werde den Betrieb ab Dienstag auf unbestimmte Zeit lahmlegen, erklärte Rico Irmischer, Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg. Das Ergebnis der Abstimmung bezeichnete er als starkes Signal für den Zusammenhalt und die Entschlossenheit der Beschäftigten.

Mahle verweist auf wirtschaftliche Gründe

Das Werk besteht seit 1987. Dort werden nach Unternehmensangaben vor allem Klimaanlagen für Premium-Autos gefertigt. Mahle begründet die geplante Schließung mit auslaufenden Aufträgen, einer schwachen Entwicklung der Autoindustrie und wachsendem Kostendruck durch asiatische Konkurrenten in Europa. Unter diesen Bedingungen sei ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb nicht möglich, hatte das Unternehmen zuletzt mitgeteilt.

Die IG Metall wirft Mahle dagegen vor, einen rentablen Standort aufgeben und die Produktion in die Slowakei verlagern zu wollen.

Nach Angaben der Gewerkschaft war am Nachmittag auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) in Neustadt an der Donau. Dort sprach er demnach mit der Geschäftsführung, dem Betriebsrat und Vertretern der IG Metall.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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